Gerhard Ringshausen legt mit diesem Buch die erste umfassende Darstellung der regimekritischen Werke christlicher Dichter vor und dokumentiert darin ihre breite und vielfältige Auseinandersetzung mit dem NS-Regime, seiner Weltanschauung und Machtausübung. Neben bekannten Autoren wie Stefan Andres, Werner Bergengruen, Gertrud von le Fort, Jochen Klepper, Reinhold Schneider, Otto von Taube und Ernst Wiechert kommen auch bisher völlig übersehene Schriftsteller in den Blick. Die Spannweite reicht von kirchlicher Bindung bis zu theologisch liberalen und religiös-sozialistischen Einstellungen. Dadurch wird die Literatur während des "Dritten Reichs" neu vermessen; denn die christlichen Autoren bildeten die größte, vielfach miteinander verbundene Gruppe widerständiger Dichter. Sie zogen sich nicht zurück in eine überlieferte Glaubenswelt, sondern nahmen mutig und konkret Stellung, wobei sie die Zensur geschickt unterliefen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2022
Rezensent Hans Maier hält das Buch des Religionspädagogen Gerhard Ringshausen für eine ergiebige Gesamtdarstellung zum Thema Widerstand in der christlichen Literatur während der NS-Zeit und darüber hinaus. Auch wenn der Band mit seinen 3781 Anmerkungen für Maier nicht leicht zu lesen ist - sein Studium ermöglicht wichtige, über die bisherige Forschung hinausführende Erkenntnisse betreffend die Innere Emigration oder Autoren wie Rüdiger Syberberg oder Veronika Erdmann, versichert er. Wie der Autor Texte von 30 katholischen und evangelischen Autor:innen auf ihre Regimekritik hin untersucht, kulturelle und religiöse Verbindungen und Netzwerke sichtbar macht und an vergessene Schriften erinnert, scheint Maier höchst lesenswert.
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