Nach dem Tod seiner Frau, die ihn und sein Schaffen über sechs Jahrzehnte begleitet hat, findet Gerhard Meier im Schreiben einen Weg aus der Einsamkeit: In atmosphärisch dichter Sprache vergegenwärtigt er sich und dem Leser die Zeit mit Dorli, die intensiven Lektüreerlebnisse, Wanderungen und Reisen. Er führt den Dialog mit seiner Frau über ihren Tod hinaus fort. Die Grenzen zwischen Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem verschwinden in Meiers sensibler Elegie, es bleibt die Sehnsucht, das zärtliche Gedenken an den geliebten Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2005
Voller Hingabe und "dichterisch in schönstem Maß" ist Gerhard Meiers Buch, das er im Andenken an seine vor acht Jahren verstorbene Frau Dorli geschrieben hat. Rezensentin Beatrice von Matt zeigt sich begeistert von der "Luftkunst" des Werks, das über mehrere Jahre hinweg entstanden ist. Erschüttert vom "großen Wehen", das Meiers Zeilen ausdrücken, atme man nach der Lektüre durch und fühle sich "geweitet und erhoben". Verweise auf Nietzsche und Proust finden sich in den Texten ebenso wie "Gewöhnliches" - das Geräusch des Schuheputzens zum Beispiel, das bei Meier allerdings zu einem "Gefüge von Klängen" avanciert. So schafft der Autor nach Ansicht der Kritikerin eine Welt der Bezüge, ein "Ineinander" von Tönen und Themen - und ein "bewegendes" Gedenkbuch.
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