Mit diesen Gedichten ortet Erika Burkart die Stille in ihrer unmittelbar erfahrbaren Umgebung aus, der Natur gilt ihre Aufmerksamkeit ebenso wie den Menschen, die mit ihren feinen Besonderheiten das Interesse der Dichterin gefunden haben. Kämpferisch gibt sich die Dichterin dort, wo sie den Wert und den Sinn einer natürlichen Existenz missachtet und bedroht sieht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.07.2005
Eine Affinität zur Lyrik der Romantik sieht Rezensent Jan Wagner bei der Schweizer Dichterin Erika Burkart, die auch in ihrem neuen Gedichtband "Ortlose Nähe" wieder zum Ausdruck kommt. Freilich nicht als "hymnische Feier der Erscheinungen", wie Wagner betont, sondern als "stille, fast meditative Versenkung in die Fauna und, dies vor allem, in die Flora ihrer langjährigen Heimat im Kanton Aargau". Burkart poetischen Beschreibungen etwa von Schlüsselblume, Schwarzdorn oder Moosglöcklein würdigt er als ebenso "eindringlich wie präzise". "Berührende Gedichte" widme Burkart auch dem zweiten Thema des Bandes, dem Alter. Ein "melancholische Grundton" ist für Wagner hier "unüberhörbar".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2005
Vor nicht weniger als fünfzig Jahren erschien der erste Gedichtband der Autorin und erst in diesem Jahr wurde sie - als erste Frau - mit dem bedeutenden Schweizer "Großen Schillerpreis" ausgezeichnet: Es war, daran lässt Roman Bucheli in seiner Rezension zu Erika Burkarts neuestem Lyrikband keinen Zweifel, höchste Zeit. Die jüngsten Gedichte seien, so zärtlich ihr Ton ist, von einer Abschiedsstimmung durchweht, "Nacht" und "Schatten" werden nur gelegentlich von hellen Erinnerungsstücken erleuchtet. Der Rezensent zitiert viel und lässt sanft kommentierend seinen Respekt für die Texte spüren.
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