Fredi Lerchs Gedichtband Echsenland ist eine lyrische Chronik. In Abschnitten mit jeweils mehreren Gedichten, die der Dichter mit dem entsprechenden Jahr überschreibt, lässt er die Jahre 1990 bis 2004 Revue passieren. Was er aufzeigt, ist die "Neue Weltordnung" in einem Echsenland wie der Schweiz: von der Naturzerstörung über den Machbarkeitswahn der Humangenetik bis zum Zustand des Landes, das statt mit Politik mit einer Zauberformel regiert wird. Verflochten sind die großen gesellschaftspolitischen Fragen mit der persönlichen Geschichte des Autors: Er schreibt lyrische Nachrufe auf Mitstreiter, setzt sich mit der Hälfte des eigenen Lebens auseinander oder hinterfragt als "Reisender in Sachen nichts" die eigene Sprache als Transportmittel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2005
Fredi Lerchs hoch tönender "kritischer Pessimismus" in Gedichtform lässt Gieri Cavelty recht kalt, eine reglose Eidechse in den letzten Versen berührt ihn schon eher. Doch reine Beobachtung und sprachliche Verarbeitung ist selten in diesem Band, es regiert die große Politik und der Zustand der Welt: Lerch hat, so Cavelty, das Zeitgeschehen der vergangenen 15 Jahre lyrisch kommentiert, ohne "Agit-Prop" oder "Sponti- Sprüche", dafür aber mit einer geballten Ladung Hölderin, dessen "Hymne an die Menschheit" Lerch eine zweite, gegen die Gentechnik gerichtete, hinzufügt. Die Welt ist schlecht, doch diese Gedichte, so könnte man Caveltys Urteil zuspitzen, werden niemanden besser machen.
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