Gerhard Falkner

Endogene Gedichte

Grundbuch
Cover: Endogene Gedichte
DuMont Verlag, Köln 2000
ISBN 9783770154142
Gebunden, 118 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Seit vierzehn Jahren hat Gerhard Falkner keinen neuen Gedichtband vorgelegt. Dichter mit diesem Anspruch auf Stilhöhe und Existenzernst gibt es nicht viele in Deutschland. Gerhard Falkners Endogene Gedichte ,ein dichterisches Grundbuch, fügen sich in zwei großen Abteilungen zu einer konzeptuellen Dichtung zusammen ? ohne die Eigenständigkeit des einzelnen Gedichts zu beschränken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.07.2001

Heterogen und sperrig findet Lutz Hagestedt die Gedichte in diesem Band. Das "Anspielungs-Spiel" der Texte - vom Autor "umständlich in Anmerkungen und einem Nachwort" erklärt - hat ihn doch einigermaßen angestrengt: "Schwer hier nicht den 'Gedankenfaden' zu verlieren." Zumal immer wieder kulturelles Wissen aus Literatur, Kunst, Musik, Architektur etc. gefordert ist, wie Hagestedt schreibt, und das typografische Styling mancher Texte das Wort zu ersetzen scheint.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.10.2000

Kennerisch goutiert Cornelia Jentzsch die erste neue Gedichtsammlung des Lyrikers Gerhard Falkner seit 1989. Die eruptive Kraft seiner endogenen, also von innen kommenden Sprachkunst zeige, wie sich `die Sinnlichkeit und Wortopulenz` seiner Dichtung mit einer `hintersinnigen Poetologie` paare. Falkners Gedichtband besteht aus einer offenen und einer geschlossenen Abteilung, an der sich der Krankheitszustand und `die Risse im Innersten` der Sprache ablesen lassen, wie `zwanghaftes Getriebensein, überdimensionierte Maßstäbe, Kontaktverlust mit der Wirklichkeit`. Anhand des Zyklus `Sprechwiesen` beschreibt die Rezensentin, wie Falkner paarweise jeweils zwölf Gedichte einander gegenüberstellt, die sich lediglich durch verschobene Leerzeichen voneinander unterscheiden. Dadurch löse sich das vertraute Schriftbild zugunsten einer neuen Lautlichkeit auf. Damit will Falkner allerdings keine neuen ästhetischen Gebilde schaffen, sondern die Sprache einem `unlauteren Zugriff` entziehen, meint Jentzsch und zitiert aus dem Sprechgedicht `Ach, der Tisch (Zur PoeSie des PoeDu)` das `eine Welle von Nacktheit ausgelöst hat unter den Dingen`. Dieses Gedicht liest sich wie eine `Liebeserklärung an die Poesie`, schreibt Jentzsch. Was kann einem Rezensenten Schöneres passieren?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000

In einer sehr ausführlichen Rezension unter dem sprechenden Titel "Minnesänger der Moderne" befasst sich Kurt Drawert mit diesem Gedichtband, und hat hohes Lob neben einiger Kritik zu vergeben. Mit verständnisvoller Irritation betrachtet er den "redundanten theoretischen Aufwand", den Falkner im "Nachwort zum Nachwort" getrieben hat und sieht die "Bedeutungserweiterung durch einen zweiten, überlagerten Diskurs" eher kritisch. Mit Genauigkeit und fasziniert von der "überwältigenden Bildgenauigkeit" der meisten Gedichte arbeitet er jedoch gleichzeitig die überragende Bedeutung des Lyriker Falkner heraus. Für Drawert besteht das Großartige, die "Originalität" der hier vorgelegten Dichtung gerade nicht in einer irgendwie programmatischen oder "philosophischen" Absicht sondern "im Gegenteil", nämlich im Schöpfen aus lyrischen Traditionen und der tatsächlichen Sagbarbeit des Unsagbaren im Gedicht.
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