In dieser ersten umfassenden Biografie Herta Kraus' zeichnet Gerd Schirrmacher das Bild einer der großen Pionierinnen der deutschen und amerikanischen sozialen Wohlfahrtsarbeit. Seine Quellen sind vor allem der Nachlass Hertha Kraus', der sich in Bryn Mawr (Pennsylvania) befindet, sowie weiteres unveröffentlichtes Archivmaterial aus den USA und aus Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2003
Claus Bernet zeigt sich zufrieden mit einer Arbeit, deren Schwäche höchstens darin liege, zu viel auf einmal sein zu wollen: Biografie einer sozial engagierten jüdischen Akademikerin, die in die USA emigrierte und dort zu einer einflussreichen Sozialwissenschaftlerin und wichtigen sozialen Stimme wurde; Abhandlung über die Geschichte der Quäker und die Frage, ob es sich bei ihnen um eine Religionsgemeinschaft oder eine Sekte handele; und schließlich eine Einführung in die von Hertha Kraus geprägten "Casework-Methode", einem psychoanalytisch fundierten Lösungsansatz individueller sozialer Betreuung von Benachteiligten. So seien die Exkurse in die Geschichte der Quäker zwar "informativ und erhellend" benötigten aber eigentlich einen breiteren Rahmen und führten nach Ansicht des Rezensenten zu weit weg von der Lebensgeschichte der Hertha Kraus, deren Charakterzeichnung undeutlich bleibe. Seine größten Verdienste habe der Autor, der selber Sozialarbeit lehre, in der Darstellung einer lebenslangen sozialen Tätigkeit und ihren theoretischen Fundierungen.
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