Galsan Tschinag erzählt hier die Geschichten, die der Stoff seiner Kindheit sind und die sich in seine Erinnerung eingegraben haben. Geschichten von seiner weitverzweigten Familie, von Festen, Heimsuchungen, Krieg und Liebe. Geträumte Wirklichkeit und als Realität erlebte Märchen verbinden sich und münden in einen Gesang an den Altai.
Helmut Höge schwärmt von dem mongolischen Schriftsteller Galsan Tschinag, der seit seinem Studium in Leipzig auf deutsch schreibt, auch wenn er wieder in Ulan-Bator lebt. Zunächst lässt sich Höge über die verschiedenen, bereits erschienenen Romane Tschinags aus, in denen starke, selbstbewusste Mongolinnen im Mittelpunkt stünden. Sie sind, meint Höge, in der nomadischen, schamanistisch-buddhistisch geprägten Gesellschaften nicht den typischen Rollenvorbildern ausgesetzt gewesen. Auch die von Höge neu angekündigten 33 Erzählungen aus dem Band "Tau und Gras" sind bereits 1981 auf Deutsch erschienen, in der DDR; es sind überwiegend Erinnerungen aus der Jugendzeit des Autors, schreibt Höge, worin wieder eine Frau, nämlich Tschinags Großmutter, eine besondere Rolle spiele.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2002
Galsan Tschinag ist in der Mongolei geboren, studierte in den sechziger Jahren in der DDR, schreibt seitdem auf Deutsch, lebt aber drei Monate im Jahr als Stammesoberhaupt der Tuwa in seiner alten Heimat. Aus beiden Erfahrungswelten berichten und speisen sich die "Prosasplitter" aus den letzten zwanzig Jahren, die in diesem Band versammelt sind. Nicht alles an den Texten gefällt dem Rezensenten Siegfried Stadler in gleicher Weise. Die Wortschöpfungen - wie "Meinungerei" oder "alleinzige Königin" - scheinen ihm eher gelungen, mit den Steppenmetaphern hat er seine Schwierigkeiten (wenngleich er meint: "es sei ihm gegönnt"). Überzeugt haben Stadler jedoch die eher einfachen Geschichten, die Erinnerungsbilder "ohne nachträgliche Reflexion". Hier gelinge der "Brückenschlag zwischen den Kulturen" aufs beste.
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