Fritz Mierau

Mein russisches Jahrhundert

Autobiografie
Cover: Mein russisches Jahrhundert
Edition Nautilus, Hamburg 2002
ISBN 9783894013868
Gebunden, 316 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Seit er als Kind aus dem Lager der Roten Armee in Döbeln (Sachsen) Kohlen stahl, ist Fritz Mierau mit "dem Russischen" in Berührung. Seine Reise führt ihn zu den Überlebenden der russischen Avantgarde, in die Lektoratsstuben der Verlage in Ost und West, in die Geheimarchive der Sicherheitsbehörden. Außerhalb der offiziellen Bahnen, ohne Parteibuch und Universitätskarriere, begibt sich Fritz Mierau auf seine Expedition. Er sondiert und schafft Verbindungen, die einen europäischen Kulturraum entstehen lassen, in dem das Humane Vorrang hat. Das Ergebnis seiner unorthodoxen Forschungen sind die 100 Bücher, für die Mierau als Autor, Herausgeber oder Übersetzer verantwortlich zeichnet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.08.2002

Fritz Mierau, Jahrgang 1934, schildert in seiner Autobiografie sein Leben als Slawist in der DDR. Er beginnt mit der Schilderung seiner Jugend, aber schon der Bericht von den Studienjahren ab 1952 macht deutlich, so Rudolf Walther, dass "autoritäre Zumutungen und Konformitätszwang" ständige Begleiter seines Berufswegs bleiben würden. 1962 kündigte er seine Stelle als Lehrbeauftragter an der Humboldt-Universität, unternahm von da an große Reisen nach Russland und arbeitete als Übersetzer. Vergleichsweise unbehelligt konnte er von 1969 bis 1980 unter Werner Mittenzwei am "Zentralinstitut für Literaturgeschichte" arbeiten - nicht zuletzt wegen seiner Beschäftigung mit dem Schriftsteller Franz Jung jedoch wurde die Staatssicherheit auf ihn aufmerksam. Rudolf Walther ist in seiner Rezension vor allem damit beschäftigt, den Lebensweg Mieraus, auch seine wissenschaftlichen Verdienste nachzuzeichnen: angenehm findet er aber, wie man am Ende erfährt, den ruhigen Ton des Buches, das nichts beschönige, aber auch von allem Eiferertum weit entfernt bleibe.

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