Fritz Breithaupt

Einmal, zweimal, keinmal

Wie wir Erfahrungen machen
Cover: Einmal, zweimal, keinmal
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783518588390
Gebunden, 280 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Neue Erfahrungen führen uns an die Schwelle zu einem anderen Leben. Aber wagen wir auch den nächsten Schritt? Das erste Mal ohne Stützräder Fahrrad fahren. Eine Auster essen. Den Job verlieren. Jede neue Erfahrung könnte uns aufrütteln und unser Leben verändern. Der erste Kuss kann uns die Liebe eröffnen - oder verderben. Fritz Breithaupt zeigt in seinem faszinierenden Buch, dass die Konturen unseres Lebens fundamental von Erfahrungen bestimmt werden: von solchen, die wir zum ersten Mal machen, von Wiederholungen oder von imaginierten Erlebnissen. Das erste Mal öffnet Türen - oder schließt sie. In der Wiederholung können wir vergleichen, genießen, beurteilen, revidieren. Wir entwickeln Standards. Das erlaubt uns, auszusortieren. Wiederholungsfixierung, sei es im eigenen Leben oder in der Politik, kann allerdings auch zur Vermeidung des Neuen führen. Imaginierte Erfahrungen schließlich sind die geheimen Leitsterne unserer Navigation. Denn auch das ungelebte Leben pocht auf seine Geltung. Breithaupt stützt sich auf reiche Befunde der Psychologie und Philosophie, verarbeitet neue wissenschaftliche Erkenntnisse seines eigenen Labors und durchleuchtet die Archive auf der Suche nach Aufzeichnungen sexueller und ästhetischer Natur. An unseren vielschichtigen Erlebnisweisen zeigt sich, was uns von intelligenten Maschinen unterscheidet: Wir Menschen sind Erfahrungswesen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.06.2026

Eine "Plappermühle" nennt Rezensentin Andrea Roedig das Buch des Germanisten und Kognitionsforschers Fritz Breithaupt über verschiedene Erfahrungsmodalitäten und die Frage, wie Erfahrungen eigentlich entstehen. Anhand konkreter Erzählungen führt der Autor seinen Erklärungsansatz aus: Ob beim ersten Mal, in der Wiederholung oder in der Imagination: Erst durch bestimmte kognitive Akte wird ein Erlebnis zur Erfahrung. Um plausibel zu machen, dass auch die Imagination, ein Erlebnis im Rausch oder im Tagtraum also etwa, zur Erfahrung werden kann, muss sich der Autor "einigermaßen verbiegen". Abgesehen davon enthält "Einmal, zweimal, keinmal" durchaus einige interessante Gedanken, hilfreiche Begriffe und anschauliche Erklärungen. Leider jedoch können all diese positiven Aspekte nicht das Maß der Plapperei aufwiegen: Zu viele Gemeinplätze, Zusammenfassungen und Zusammenfassungen von Zusammenfassungen, seufzt er. So wird die Lektüre für die Rezensentin zwar zur Erfahrung. Wiederholen will sie diese allerdings nicht unbedingt.

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