Friedrich Torberg

Hier bin ich, mein Vater

Roman
Cover: Hier bin ich, mein Vater
Milena Verlag, Wien 2014
ISBN 9783902950123
Gebunden, 304 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Der "Held" dieses Romans, Otto Maier, Barpianist und österreichischer Jude, gerät in die Fänge der Gestapo. Der zuständige Gestapobeamte Franz Macholdt, ein ehemaliger Schulkamerad von Otto, versucht ihn zu Spitzeldiensten zu erpressen, indem er ihm für den Fall seiner Mitarbeit die Freilassung seines Vaters aus dem KZ verspricht. 1939, kurz vor Ausbruch des Krieges, schreibt Otto Maier in einer Pariser Gefängniszelle seine Geschichte nieder, beginnend mit seiner Kindheit. Der Roman endet mit einem Gespräch Ottos mit seinem Religionslehrer, einem Kammerstück, in dem es noch einmal um alles geht: den Versuch, Rechenschaft abzulegen über den Verrat an seinen Freunden und sein Scheitern; sich Klarheit zu schaffen über den verzweifelten Irrweg, den Otto in einer aus den Fugen geratenen Zeit gegangen ist, durch die tiefsten moralischen Niederungen hindurch bis zur biblischen Höhe der Erkenntnisse. Der Roman entstand in Torbergs amerikanischer Exilzeit und erschien erstmals 1948.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2015

Rezensent Franz Haas liest den 1948 aus dem Exil veröffentlichten Roman von Friedrich Torberg als Geschichte von Menschen, die nicht so viel Glück hatten wie der Autor. Haas fällt besonders die psychologische und sprachliche Feinarbeit auf, wenn Torberg einen jüdischen Künstler in Wien beschreibt, dem der "Anschluss" zu Verhängnis wird. Neben einer komplexen Figurenzeichnung bietet der Text - anders als Torbergs noch während der Flucht hastig hingeworfener, "klischeehafter" Roman "Auch das war Wien" - dem Rezensenten ein eindrückliches Panorama einer schrecklichen Epoche und die facettenreiche Verhandlung von Verbrechen und Schuld. Ob der Freitod der Figur als Happy End durchgeht, wie Torberg sich das offenbar gedacht hat, möchte der Rezensent der Leserin überlassen.

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