Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Bonn International Center for Conversion. Herausgegeben von Ulrich Ratsch, Reinhard Mutz, Bruno Schoch und anderen. Das Friedensgutachten 2005 widmet sich der drängenden Frage nach einer Deeskalation des internationalen Konfliktgeschehens unter drei verschiedenen Perspektiven. Im ersten Kapitel wird nach der Eindämmung spezifischer Konfliktherde gefragt. Welche Rolle spielen die beteiligten Akteure in so verschiedenen Konfliktregionen und -staaten wie z.B. dem Mittleren Osten, Afghanistan, Liberia, dem Balkan, dem Kaukasus, demm Sudan und welche Deeskalationspotenziale gibt es? Im zweiten Themenfeld fragen die Autoren nach dem künftigen Umgang mit Massenvernichtungswaffen angesichts neuer (militär)technischer Herausforderungen und Bedrohungen. Das letzte Kapitel geht von der Beobachtung aus, dass sich die Balance zwischen militärischer und ziviler Konfliktbearbeitung verschiebt. Gibt es ein neues Selbstverständnis von Streitkräften? Welche Handlungsoptionen und Strategien sind für die UN angemessen? Welche Chancen eröffnet die Reformdiskussion? Wenn innergesellschaftliche, ökonomische und ökologische Konfliktursachen an Bedeutung gewinnen: Wächst die Rolle der Zivilgesellschaft als Friedensakteur?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2005
Die Analyse von Deeskalationsstrategien sieht Rezensent Gregor Schöllgen im Zentrum der dreiundzwanzig Beiträge des diesjährigen Friedensgutachtens. Wie er berichtet, werden am Beispiel des Iraks, Israels, Afghanistans, Tschetscheniens, Makedoniens, Sudans, Liberias, Nigerias sowie Indonesiens zunächst Beispiele gelungener oder auch versäumter Deeskalation untersucht. Es folgen Untersuchungen zum Kampf der Staatengemeinschaft gegen die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen sowie Beiträgen zur kritischen Überprüfung bestehender Strategien und Instrumente der Deeskalation. Sowohl die Informations- und Datenbasis als auch die meisten Beiträge lobt Schöllgen als "solide". Dem Selbstverständnis der Friedensforschung entsprechend wird nach Auskunft Schöllgens der Kritik auch militärischer oder strategischer Sachverhalte ein sogenannter zivilgesellschaftlicher Maßstab zugrund gelegt. Die Darstellung dieser Sachverhalte empfindet Schöllgen "in aller Regel" als "zuverlässig", etwa wenn es um die Auslandseinsätze der Bundeswehr geht, die das Friedensgutachten durchaus positiv zu würdigen weiß.
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