Frida Nilsson

Martin & Jack

Von Hundebesitzern, Katzenjägern und der Suche nach dem Glück
Cover: Martin & Jack
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2024
ISBN 9783836962766
Gebunden, 376 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Martin hat einen einzigen großen Traum: endlich seinen Vater zu finden. Als der alte Hund Jack vom Hof gejagt wird, auf dem Martin bei einem hartherzigen Bauern lebt, beschließt der Junge, Jack zu folgen. Denn der Hund ist der Einzige, der Martin vielleicht zu seinem Vater führen kann. Und er weiß so einiges von der Welt, im Gegensatz zu Martin, der den Hof noch nie verlassen hat und nicht mal lesen kann. Eine abenteuerliche Reise beginnt. Weitere Gefährten schließen sich ihnen an. Doch dann stellt sich heraus, dass sie verfolgt werden …

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2024

Rezensent Alex Rühle trifft sich mit Frida Nilsson im schwedischen Mörkö, um den "Zauber" ihrer Kinderbücher zu verstehen. Die mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichnete Schriftstellerin verhandelt in ihren Büchern immer die großen Themen - Freiheit, Gerechtigkeit und Freundschaft, aber nie "klebrig", sondern stets kindgerecht, versichert der Kritiker. Im neusten Band begibt er sich mit Martin, der im Schweden des Jahres 1910 auf einem Hof vom Adoptivvater ausgebeutet wird, und Hund Jack auf die Suche nach Martins leiblichem Vater. Hund Jack liest leidenschaftlich Zeitungen und kämpft für die sozialdemokratische Idee, erfahren wir außerdem. Dennoch sind Nilssons Romane in erster Linie realistisch, hält der Kritiker fest. Und genau in dieser Mischung aus Realismus und Magie vermutet er den Erfolg von Nilssons Büchern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2024

Gern folgt Rezensentin Eva-Maria Magel Frida Nilsson in die Welt, die die Jugendbuchautorin in ihrem neuen Buch entwirft. Und zwar spielt der Roman im Jahr 1910, in einer Welt, die geteilt ist in privilegierte Menschen und unterdrückte Hunde. Der Erzähler ist ein Mensch, Martin, außerdem spielt, erfahren wir, ein alter Hund namens Jack eine Rolle, der, anders als Martin zu Anfang, lesen kann. Wo die Hunde mal den Menschen dienstbar, mal auf Abwege geraten sind, ergeht es den Menschen kaum besser, beschreibt Magel, Martin selbst lügt und betrügt wie sonst etwas. Die Welt der Erwachsenen wird besonders ungeschönt dargestellt, meint die Rezensentin, Alkoholsucht und andere soziale Härten werden dabei keineswegs ausgespart, auch Themen wie Gerechtigkeit kommen vor. Das Buch, das in Teilen als Hommage an Astrid Lindgren lesbar ist, ist Magel zufolge weniger humorvoll geraten als frühere Arbeiten der Autorin. Die Kritikerin ist der Ansicht, dass Nilsson diesmal ein Buch geschrieben hat, das fast so struppig ist wie die Hundefiguren, von denen es erzählt.

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