Das demokratische System der Schweiz gilt hierzulande und auch international als vorbildlich, bürgernah und machtpolitisch ausgewogen. Dabei weiß doch jeder, dass die Politik auf Bundesebene längst von der Wirtschaft diktiert wird, von den Lobbyisten und von Europa. Oder etwa nicht? Der Journalist Fredy Gsteiger, ehemaliger Chefredakteur der Weltwoche, hat dem System "Bundes-Bern" auf den Zahn gefühlt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.12.2005
Keineswegs ironisch meint Fredy Gsteiger den Begriff "Musterstaat" im Titel seines Buchs über die Politik in der Schweiz, versichert der C. W. zeichnende Rezensent. Er bescheinigt dem Autor einen realistischen Blick auf die politischen Verhältnisse in der Schweiz. Angenehm findet er, dass bei Gsteiger statt "missionarischer Schwarzmalerei" Gelassenheit herrscht. Er würdigt das Buch als "unprätentiöse Staatskunde mit einer Kommentierung des gegenwärtigen Zustands des Systems und seiner Leistungen in jüngster Zeit". Behandelt werden Themen wie Volk, Regierung, Parlament, Bundesgericht, Verwaltung, Parteien, Lobbys und Medien. Der Rezensent hebt hervor, dass Gsteiger bei aller Zufriedenheit mit seinem Land die Probleme der Schweiz wie die Schwäche der Parteien, die Lähmung in der Europafrage oder die Kosten des Gesundheits- und Sozialsystems nicht unter den Teppich kehrt.
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