Franz Josef Czernin

Voraussetzungen. Vier Dialoge

Essay Band 49
Cover: Voraussetzungen. Vier Dialoge
Droschl Verlag, Graz 2002
ISBN 9783854206149
Broschiert, 112 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Eine notwendige Gegenmaßnahme gegen das beliebige Plaudern über Bücher und Texte. Wenige von denen, die heute über Literatur sprechen, nehmen die Literatur so ernst und das Sprechen darüber so genau wie Franz Josef Czernin. In den Argumentationsfäden und Streitgesprächen dieses Bandes lässt er uns gewissermaßen dem Denken selbst zusehen und, gegen die Souveränität der landläufigen Bewertungen, ästhetische Urteile in ihrer Bedingtheit erkennen. In einem anderen Dialog wird überprüft, ob 'Erkenntnis durch Dichtung' wissenschaftlichen Kriterien von Erkenntnis standhält; und besonders reizvoll sind die Gespräche über poetische Metaphern und Wirklichkeit, zwischen Swedenborg (dem Geisterseher aus dem 18. Jhdt.) und dem Dichter.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.10.2002

Die vier Dialoge dieser Veröffentlichung sind als Begleitschrift zu dem Sonette-Zyklus "elemente.sonette" des österreichischen Dichters zu verstehen, in der dieser versucht, die Begriffe der vier Urprinzipien der Welt - die vier Elemente - auf die Dichtung anzuwenden, wie wir von Leopold Federmair erfahren. Der Rezensent spitzt die Ausführung des Dichters zu, indem er versucht, das Anliegen und die Ausführungen Czernins zu verstehen: "Das kleinste Teilchen des Gedichts sei mithin in der Lage, alles zu bedeuten." Ebenso wie dem Rezensenten Czernins Dichtungen nicht viel sagen konnten, sieht er auch in den Ausführungen zur Theorie der Sonette keinen wesentlichen Anhaltspunkt: Die Arbeit des Dichters konzentriere sich auf "ein Aufstülpen von Formprinzipien auf das im Prinzip unbegrenzte Wortmaterial", sie sei in ihrer Suche nach elementaren Bedeutungsmustern nicht zu fassen. Federmair vergleicht das Bemühen des Autors mit den theoretischen sprachexperimentellen Arbeiten Mauthners und Wittgensteins, vor dessen Hintergrund Czernins Arbeit aber lediglich ein Versuch der Fortsetzung der österreichischen Tradition sei. "Es wird nichts (oder alles) ausgesagt oder ausgedrückt".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.09.2002

Der österreichische Dichter Franz Josef Czernin will mit den in diesem Band versammelten Essays den "der Poesie zugrunde liegenden inneren Gesetzmäßigkeiten" auf die Spur kommen, hat Cornelia Jentzsch erkannt und führt ihre Schlussfolgerungen in einer sehr langen Besprechung detailliert aus. Fragen über Fragen schließen sich diesem Anspruch an, denen die Rezensentin denn auch munter Platz einräumt. Die Essays Czernins jedenfalls haben, meint Jentzsch, mit "philosophischen Streitgesprächen" mehr gemein als mit "literarischen Abhandlungen". Geradezu "artistisch" wisse der Autor die Dinge auseinanderzunehmen und wieder zusammenzusetzen. Und wie ein "Spürhund" lasse er den Leser am Denken teilnehmen. Dieser Mann ist einfach, seufzt die beeindruckte Rezensentin, "ein Solitär" unter denen, die sich mit der Poesie beschäftigen.
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