Gezeigt wird, wie Ives und Cage durch die transzendentalistische Umdeutung des Mythos der Spärenmelodien zu einer ästhetischen Gegenposition zur europäischen Musikkultur gelangen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2003
Wenn das (siehe Untertitel) keine Dissertations- oder Habilitationsschrift ist! Doch diesbezüglich erfährt der Leser aus der Rezension von Andres Briner nichts, nur dass Mehring Anglist, Musikhistoriker und Jahrgang 1970 ist und mit zwei Auslandsaufenthalten bereits eine erstaunliche akademische Karriere hinter sich hat. Briner ist von Mehrings Buch sehr angetan; kurz erläutert er dessen Vorgehensweise. Indem der Verfasser amerikanische Dichter und Musiker des 19. Jahrhunderts mit deutschen Philosophen, Dichtern und Komponisten konfrontiere, gelänge es ihm, rühmt Binder, die Wurzeln des Ives'schen und Cage'schen Denkens und Schaffens freizulegen. Gerade so Begrifflichkeiten wie Zufall, Tradition und Transzendenz hätten in Amerika eine ganze andere Vorgeschichte, zielten auf Lebenspraxis, Experiment und Grenzüberschreitung, womit sich die europäische Avantgarde schwer tat. Anschließend geht Briner ausführlich auf die Ives- und Cage-Rezeption in der Schweiz ein, die von Mehring seines Erachtens zwar verständlicherweise, aber nicht ausreichend zur Kenntnis genommen wurde.
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