Das Buch untersucht die seit Mitte der 80er Jahre in zahlreichen Ländern entstandenen und erfolgreichen neuen Rechtsparteien.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2001
Peter Lösche rechnet den Autor zu den Menschen, die etwas vom Thema Rechtsextremismus verstehen und lobt ihn, ein "faszinierendes Buch geschrieben" zu haben. Dabei findet er es besonders lobenswert, dass Decker seine Betrachtungen über die Grenzen Deutschlands hinaus auch auf andere europäische und nordamerikanische Länder ausdehnt und dort die Gründe für den Erfolg rechtsextremer Parteien untersucht. Der Rezensent bemerkt anerkennend die "breite empirische Basis", auf der der Autor seine Untersuchung angelegt hat und findet die Studie "theoretisch reflektiert". Besonderes Interesse bei Lösche erregt die Erklärung Deckers, warum die rechtspopulistischen Parteien in Deutschland nicht so erfolgreich waren wie beispielsweise in Österreich: das liege an der Zersplitterung der deutschen rechten Parteien, fasst der Rezensenten die Ergebnisse des Autors zusammen.
Es gibt einen "populistischen Moment", der abhängt vom Zusammenfall von "angebots- und nachfrageseitigen Faktoren" des Populismus, will heißen, ob Populismus nicht nur gefragt sondern durch eine Leitfigur auch angeboten wird: so fasst Tobias Dürr die entscheidende Aussage des Politologen zusammen. Dabei ist dem Autor die per Modernisierungsschub gelockerte Bindung der Wähler an die traditionellen Parteien ein wichtiges Glied in der Kette, die zum Ausbruch populistischer Bewegungen führen kann. Wer den Schreck der Parteien ob der gerade europaweit stattfindenden Benzinpreis-Proteste sieht, so der Rezensent, könnte bald vor einem "Autohaider" auch in Deutschland das Gruseln lernen. Aber noch ist dieser nicht in Sicht, und immerhin haben die Parteien laut dem Autor noch die Wahl zwischen "Anpassung und Abgrenzung". Ein "wichtiges Thema (wird hier) in klarer Sprache einer interessierten Öffentlichkeit" vorgelegt, resümiert Tobias Dürr.
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