Francois Rabelais

Gargantua, Pantagruel

Roman
Cover: Gargantua, Pantagruel
Reclam Verlag, Stuttgart 2013
ISBN 9783150108741
Gebunden, 624 Seiten, 34,95 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Wolf Steinsieck und Frank-Rutger Hausmann. Mit 30 Holzstichen von Gustave Doré. Mit seinem Romanzyklus um die Riesen Gargantua, den Vater, und Pantagruel, seinen Sohn, hat François Rabelais ein unvergleichliches Werk geschaffen: phantastisch, grotesk, satirisch und obszön, voll überbordendem Witz und von einer sprachlichen Virtuosität, die in der französischen Literatur einzigartig ist, dabei geprägt von einer zutiefst humanen Gesinnung. Wolf Steinsieck gelingt es auf brillante Weise, Rabelais Fabulierkunst, die alle Register zieht vom ernsten Pathos bis zur derbsten Komik, ins Deutsche zu übertragen und dem heutigen Leser zugänglich zu machen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2013

Geradezu prächtig viel Vergnügen hat Werner von Koppenfels an diesem sinnenfreudigen Klassiker der frühen Neuzeit, der seine Form fröhlich in alle Richtungen wuchern lässt und literarischen Genuss mit deftiger Körperlichkeit bis hin zum Fäkalischen verbindet. Fast schon als postmodernen Idealtext kennzeichnet der Rezensent dieses Werk, das sich über Kategorien und Rubriken nonchalant hinwegsetzt, Komik und Drastik kreuzt, andere Werke plündert und die Lust am Grotesken mit intellektuellen Genüssen verbindet. Für den Rezensenten korrespondiert dies mit Rabelais' bewegter Lebensgeschichte, der im Laufe seines Lebens im ganzen Renaissance-Europa zuhause gewesen ist und seine Freude an aller Sudelei durchaus als subversives Programm gegenüber der Sinnenfeindlichkeit des Klerus positionierte und dabei eine ins Gigantomanische spielende Sprache in den Mittelpunkt seines Interesses stellte, wie der Rezensent schwärmerisch festhält. Was taugt vor diesem Hintergrund nun diese mit einem, wie von Koppenfels findet, gelegentlich etwas überausführlichem Kommentar versehene Neuübersetzung? Vor allem schätzt der Rezensent an ihr die philologische Bodenständigkeit, die sie von einer in ihrer Skurrilität glänzenden Übersetzung aus dem 19. und von einer enthusiastisch überbordenden und damit dreimal so langen Übersetzung aus dem 16. Jahrhundert abgrenzt. Somit liest sich das Werk heute "angenehm frisch und flüssig", auch wenn nun viele der im Original lateinischen Stellen ebenfalls übersetzt sind und sich mancher Sprachwitz erst über den Kommentar erschließt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2013

Rezensent Niklas Bender freut sich, dass erstmals seit den siebziger Jahren eines der wichtigsten Romanwerke der französischen Renaissance in neuer deutscher Übersetzung vorliegt. Mit viel Lob bedenkt er Wolf Steinsiecks und Frank-Rutger Hausmanns Übertragungen von Francois Rabelais' beiden Romanen "Pantagruel" und "Gargantua", die in ihrer frischen "Derbe und Deftigkeit" ihresgleichen in der Weltliteratur suchen. Entgegen alter Übersetzungen werden die beiden Romanisten Rabelais gerecht, betont der Kritiker, der hier im "Vorwort" gleich mit "Eselspimmel" angesprochen wird oder von sich "fröhlich" aneinander reibenden "Schwarten" liest. Nicht nur von Abenteuern und Reisen der skurrilen Kreaturen des französischen Schriftstellers erfährt Bender, sondern er liest zwischen gelehrten Debatten auch zahlreiche zotige Szenen über Verdauung, Sauf- und Fressgelage, Prügeleien und Geburten, die durch Verstopfung und Durchfall verhindert werden. Der Kritiker empfiehlt dieses brillant kommentierte Werk nicht nur als großen Spaß, sondern gibt sich auch begeistert den bereits von den Zeitgenossen und der Forschung verfolgten Spekulationen hin, welche historischen Figuren Rabelais hier wohl verschlüsselt vorgeführt habe.
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