Filippo Pedrocco

Tiepolo

Cover: Tiepolo
DuMont Verlag, Köln 2003
ISBN 9783832172299
Gebunden, 341 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Suzanne Fischer und Petra Trinkaus. Zu den bedeutendsten Malern nicht nur des Rokoko, sondern des gesamten 18. Jahrhunderts zählt Giovanni Battista Tiepolo. Mit 290 Abbildungen im Text und 120 Farbabbildungen. 1696 in Venedig geboren und dort ausgebildet, schuf er zahlreiche Altarbilder und Fresken in seiner Heimatstadt und in Oberitalien. Seine meisterhafte Beherrschung von Licht und Farbe, sein graziös beschwingter, heiterer Stil und die perfekten illusionistischen Architekturen machten ihn weit über seine Heimat hinaus bekannt. Zusammen mit seinen Söhnen bereiste er ganz Europa, um Aufträge für geistige und weltliche Herrscher zu erfüllen. So erhielt er 1750 den Auftrag, Treppenhaus und Kaisersaal der Würzburger Residenz zu dekorieren - eines der Hauptwerke des Meisters. Der opulent illustrierte Band umreißt Leben und Schaffen Tiepolos von den venezianischen Anfängen bis zum Spätwerk in Madrid, wo er als einer der erfolgreichsten Künstler seiner Zeit 1770 starb. Ein vollständiges illustriertes Verzeichnis aller seiner Werke macht diesen Band zum unentbehrlichen Referenzwerk.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Giambattista Tiepolo (1696-1770) ist einer der überzeugendsten Belege dafür, dass große Kunst sehr affirmativ sein kann. Kaum jemand hat vor oder nach ihm sich so sehr auf die Entfaltung von überwältigender Herrlichkeit verstanden wie der Venezianer. Er ist der Erfinder der weißblauen Himmelspracht, und niemand stemmt den rechten Arm so lässig auf die Hüften wie Tiepolos Engel. Seine Nackten sind immer schön. Vom babyspeckigem Cupido bis zur Greisenbrust des Heiligen Bartholomäus. Die Liebhaber von Anzüglichkeiten schätzen die Geste, mit der Amor den gewaltigen Hintern der schlafenden Danae dem Betrachter enthüllt. Wer hätte sich nicht amüsiert beim Blick hinauf zum Deckenfresko der Würzburger Bischofsresidenz, als ihm der Museumsführer erklärte, dass die Herren, die von dort oben so betont desinteressiert auf ihn herabsehen, eben jene Herren sind, denen wir die ganze Pracht dieser Decke verdanken...
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2003

Erwin Seitz ist hingerissen: diese leuchtenden Farben, dieser Sinn fürs Epische, diese heitere Gelassenheit! Tiepolo, erläutert er, lebte im Venedig des 18. Jahrhunderts, als die Stadt ihre Macht verloren hatte und in einer Sinnlichkeit schwelgte, die ganz Europa inspirierte. Die venezianischen Maler jener Zeit, schreibt Seitz, "waren in der Regel nicht grüblerisch, doch sie besaßen Mut und Leichtsinn genug, um das Dasein in ein gutes Licht zu rücken". Anders gesagt: ohne Tiepolo kein Casanova. Der vorliegende Band erfasse sämtliche von Tiepolos Gemälden in Schwarzweiß und sehr viele seiner Meisterwerke in prachtvollen und großformatigen Farbtafeln. Außerdem werden Leben und Werk des Malers umrissen, und allein hier findet Seitz etwas auszusetzen: der Autor Filippo Pedrocco vermag es seiner Ansicht nach nur ungenügend, Tiepolos Schaffen aus dem künstlerischen und geistesgeschichtlichen Kontext seiner Zeit herauszuschälen. Viel wichtiger sei aber die "sorgfältige Dokumentation der Werke". Denn die zeige uns Tiepolo als einen Künstler, der die geistige Haltung des 18. Jahrhunderts - das Heitere, das Spielerische, das Sinnbetonte im Gegensatz zur barocken Strenge der vorangegangenen Epoche - in seinen Bildern der "Jeunesse dorée des Himmels" beispielhaft feierte. "Das heitere Licht der Lagune wurde buchstäblich zum Zeichen der Aufklärung", schreibt Seitz. Und Tiepolo hat es gemalt.
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