Felix Hollaender
Das Erwachen des Donald Westhof
Roman

M. Wehrhahn Verlag, Hannover 2025
ISBN 9783988590923
Gebunden, 400 Seiten, 28,00 EUR
ISBN 9783988590923
Gebunden, 400 Seiten, 28,00 EUR
Klappentext
Mit Das Erwachen des Donald Westhof lieferte der Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur Felix Hollaender (1867-1931) einen Entwicklungsroman, der den radikalen Individualismus der literarischen Lebensreform mit typischen Sujets der Neuen Sachlichkeit verknüpft. Der Titelheld, ein vermeintlich "verlorener Mensch mit der Anlage eines Verbrechers geboren", wird nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in der Weimarer Republik zum erfolgreichen und umschwärmten Schwergewichtsboxer. Mit seinem Vermögen plant Donald den Bau von "Gefangenenland", einer Mischung aus Goethes utopischer 'pädagogischer Provinz' und dem realen Vorbild des 'Tors der Hoffnung', einem Heim für strafentlassene Frauen, das die Schauspielerin Hedwig Wangel 1926 im Berliner Umland gründete. Doch der Traum von "Gefangenenland" droht zu platzen, als Donald entdeckt, dass sein Boxtrainer und Manager all seine Gelder veruntreut hat. Felix Hollaenders 1927 erschienener Roman war unter Zeitgenossen äußert populär und wurde noch im selben Jahr unter dem Titel Der Kampf des Donald Westhof von Fritz Wendhausen verfilmt. Das Nachwort widmet sich neben Schlüsselmotiven und Entstehungsgeschichte des Romans auch dieser Verfilmung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2025
Rezensentin Christiane Pöhlmann hätte nichts dagegen gehabt, wenn der Wehrhahn Verlag, bekannt für spannende Wiederentdeckungen, Felix Hollaender in der Versenkung gelassen hätte. Zu seicht erscheint ihr die Geschichte um junge Frauen, denen ältere Männer verfallen: Im Wesentlichen geht es allerdings um den titelgebenden Donald, der im Berlin der Zwanziger ins Gefängnis kommt, dort sein Talent fürs Boxen erkennt und geläutert vor seine Jugendliebe, die gut betuchte und reine Olga tritt. Überraschende Entscheidungen treffen Holländers "holzschnittartige" Figuren nicht, überhaupt geht dem Roman die sozialkritische Komponente des Naturalismus ab, moniert Pöhlmann. Die "Prise Erotik des Fin de Siècle" macht es nicht besser - und so legt die Rezensentin diesen Trivialroman achselzuckend zur Seite.
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