Klappentext
Aus dem Chinesischen von Karin Betz. He Hanqing ist eine unsichtbare Frau. Seit der Hochzeit lebt sie im Haushalt der Schwiegereltern, wo sie kocht, putzt, wäscht, Einkäufe erledigt und als Mädchen für alles stets zu Diensten ist. Ihre eigenen Bedürfnisse interessieren niemanden, selbst den Gang zur Toilette muss sie unterbrechen, wenn jemand anderes muss. Die vielen Aufgaben sind das eine, die fehlende Wertschätzung sind das andere. Bin ich denn für niemanden mehr als eine kostenlose Haushaltshilfe? Die Wucht, mit der Hanqing diese Frage ins Bewusstsein drängt, lässt sie einen folgenschweren Entschluss treffen, der überraschende Folgen hat.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.07.2026
Schon 2004 ist dieser Roman von Fang Fang im chinesischen Original erschienen, weiß Rezensentin Gisa Funck. "Parabelhaft" geht es um eine Frau, die aus den familiären Strukturen der Ausnutzung und Unterdrückung ausbrechen will. Dass etwas in Hanqings Leben "im Wortsinn unverdaulich" ist, zeigt sich Funck früh im Text, als die chronische Verstopfung der Protagonistin eingeführt wird, die sie die Schulbildung kostet. Stattdessen heiratet sie einen Automechaniker, dessen Familie sie als Hausmädchen ausnutzt, wie wir lesen. Keiner beachtet Hanqing, die den ganzen Haushalt alleine schmeißt, obwohl ansonsten auch keiner der vier anderen mehr arbeitet. Die Kritikerin liest die Wutrede einer Frau, die nicht einmal dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn sie ihren Suizid ankündigt. Funck bekommt in diesem Roman aber auch eine Menge Witz serviert, was an der "sitcom-mäßigen" Erzählweise liegt, dem Thema aber nicht den Ernst nimmt. Auch wenn die Auflösung für sie etwas simpel gestrickt ist, findet sie die zugrundeliegenden Fragen nach dem Wert des eigenen Lebens und des allgemeinen Glücks bedeutend.
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