Esther Becker

Notfallkontakte

Erzählungen
Cover: Notfallkontakte
Verbrecher Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783957326256
Gebunden, 112 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Eine Frau trennt sich. Endlich. Eine andere pinkelt in den Schnee. Schwarze Löcher öffnen und vergrößern sich in Küchen, nehmen immer mehr Raum ein und machen den Alltag allmählich unmöglich. Rettungsringe verschwinden am Kanal. Zähne und Herzen brechen, Bonsais werden begraben. Auf Parkplätzen und in Bars, auf Brücken und in Parks, in Krankenhäusern und Gerichtssälen wird die Fassung verloren. "Notfallkontakte" erzählt von Menschen in Situationen größter Verletzlichkeit, von Kontrollverlust und dem Bedürfnis nach Zeug*innenschaft.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 11.12.2025

"Mit angehaltenem Atem" lässt sich Rezensentin Nora Karches in die Erzählungen von Esther Becker hineinziehen: Am besten gefällt ihr die Geschichte, in der Becker mit dem Sirenen-Mythos spielt, nur dass die Sirene hier eine Frau ist, die vor Ewigkeiten in einem Restaurant verlassen wurde und immer noch dort sitzt, unfähig, sich wegzubewegen, von den übrigen Gästen angestarrt. Karches gefällt insbesondere der rhythmisch-dynamische Ton der Sätze: "Ich hatte die Schlange lange nicht verstanden", ist einer der Sätze, der beim Lautlesen erst sein volles Potenzial entfaltet. Die Themen der Texte sind der Rezensentin zufolge allesamt feministisch beeinflusst und behandeln zum Beispiel neben körperlicher Attraktivität und Verlassenwerden auch Depressionen.