Mit 20 Abbildungen. Unsere mittelalterlichen Vorfahren, waren das nicht feierfreudige Gesellen, denen der Bratensaft aus den Bärten tropfte und bei denen Bier und Wein in Strömen floss? Wie die mittelalterliche Ernährungswirklichkeit tatsächlich aussah, wie knapp die Lebensmittel waren, wie karg der Speiseplan aussah und wie erfindungsreich das Mittelalter bei Speisen und Getränken sein konnte, davon erzählt Ernst Schubert überraschend, amüsant und immer aus dem prallen Leben gegriffen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.01.2007
Ernst Schubert räumt gleich mit einer ganzen Galerie von Klischees auf, was das Mittelalter und das Thema Essen betreffe, wie Rezensent Olaf B. Rader berichtet. Denn weiland habe man zumeist eher gehungert als Völlerei betrieben, und das Essen und insbesondere mittelalterlicher Wein seien aus heutiger Sicht eher ungenießbar. Die Darstellung des Göttinger Mediävisten hingegen sei "faszinierend" und "unterhaltsam", insbesondere wenn es um die Geschichte einzelner Nahrungsmittel gehe. Der Autor präsentiere ein "beeindruckendes", mit vielen Quellen belegtes Bild mittelalterlicher Esskultur. Einziges Manko aus Sicht des Rezensenten: die Vorgabe des Buchtitels würde nicht ganz einlöst, da nur die deutschen Verhältnisse berücksichtigt seien. Über die Ernährung hinaus, lobt der Rezensent, mache Ernst Schubert sein Thema als "Zugang" zur Gesellschaftsgeschichte fruchtbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2006
Ernst Schuberts Werk über Essen und Trinken im Mittelalter verdeutlicht nach Ansicht von Michael Borgolte das Potenzial der Alltagsgeschichte wesentlich überzeugender als sein 2002 erschienenes Buch "Alltag im Mittelalter". D'accord geht er mit dem Ansatz des Historikers, die Geschichte der Ernährung im Mittelalter als Gesellschaftsgeschichte zu verstehen. Schubert stelle das Mittelalter als eine Welt der Armut dar, in der die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung einen permanenten Kampf um die tägliche Ernährung führen musste. Die Ansicht, Ernährung im Mittelalter sei vitaminreicher und gesünder gewesen als heute, werde als Mär entlarvt. Einige Schwachpunkte der Arbeit will Borgolte nicht verschweigen. So bleibt seines Erachtens die europäische Perspektive unterbelichtet, weil sich Schubert auf die deutsche Geschichte konzentriert. Außerdem hält er dem Autor vor, die Rolle der Kirche in der Ernährungsgeschichte falsch einzuschätzen. Das Verdienst Schuberts sieht Borgolte in einer Darstellung der Geschichte des täglichen Lebens, die die gesamte Gesellschaft immer im Blick behält.
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