Mit einem Vorwort von Manni Breuckmann. Am 4. Juli 1954 verkündet der Sportreporter Herbert Zimmermann rund 50 Millionen Menschen an den Radiogeräten den ersten deutschen Triumph bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. In diesen neunzig Minuten wird er zur "Stimme von Bern". Auch fünfzig Jahre später ist das mythenreichste Schlachtengemälde deutscher Fußballgeschichte ohne ihn nicht zu denken. Sein "... aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen" ist der Schlüssel der Erinnerung an ein Ereignis, das Historikern als verspätete Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland gilt. Wer Herbert Zimmermann war, wo er zwischen Nationalsozialismus und Wirtschaftswunder sein Handwerk lernte, über welche Etappen sich sein Aufstieg vollzog, bis er selbst zum Mythos wurde - dieses (Lehr-)Stück wird hier erstmals zusammengetragen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2004
Da es 1954 in Deutschland nur knapp 30.000 Fernsehgeräte gab, verfolgten die Fußballbegeisterten das Endspiel um die Weltmeisterschaft am Radiogerät. So wurde Herbert Zimmermann zur "Stimme von Bern". Erik Eggers spüre in seinem Buch "Die Stimme von Bern" "dem Leben Zimmermanns mit Feingefühl nach", befindet Eckhard Jesse. Dabei blende der Autor auch das Problematische nicht aus - so habe sich der legendäre Radioreporter "Ende 1944, wider alle Vernunft, freiwillig an die Kurland-Front gemeldet". Eine steile Karriere führte Zimmermann von einem Volontariat beim "Großdeutschen Rundfunk" im Dritten Reich bis zum Höhepunkt der Berner Reportage. Vorwürfe von Kritikern, Zimmermanns Reportagekunst habe immer Züge einer "Kriegsberichterstattung" getragen, mache Eggers sich nicht zueigen, so der Rezensent. Wirkliche Konkurrenz entstand dem Radiomann erst durch das Heraufkommen des Fernsehens. Als 1966 Deutschland gegen England im Endspiel stand, lauschten die Deutschen der Stimme von Rudi Michels - weil dieser im Fernsehen kommentierte. Im selben Jahr starb Zimmermann im Alter von 49 Jahren bei einem Unfall.
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