Weissbooks, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783863372354 Gebunden, 464 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Ruth Löbner. Während der Dreharbeiten zu einer Doku-Serie in Québec werden die niederländische Journalistin Emy und ihr kanadischer Kollege A wegen eines Schneesturms im selben Hotelzimmer eines überbuchten Hotels untergebracht. Obwohl sie sich begehren, bleiben sie ihrer Partner wegen auf Distanz. Nach Emys Rückkehr nach Rotterdam beginnen sie einander zu schreiben. Es entspinnt sich eine emotionale Verbindung, die bald eskaliert. Das ist der Ausgangspunkt einer wilden Reise, einer intimen und kunstvollen Erzählung über das Abgleiten in die "Krankheit" der romantischen Besessenheit, die sich liest wie ein Thriller. Elegant verwebt Koopman ihre Erzählung mit Gedanken zu Literatur, Philosophie und Kunst, um zu reflektieren, wie wir uns in der Liebe selbst aufgeben. Sie erkundet den Schmerz und die Faszination des Regelbruchs - und den Kampf zwischen Selbstbeherrschung und Leidenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2026
Rezensentin Juliane Liebert geht "mit Drucknarben irgendwo tief innen auf der Seele" aus der Lektüre dieses Romans von Emy Koopman über eine obsessive und völlig aussichtslose Liebe, den sie auf seltsame Weise höchst faszinierend findet. Ihre Protagonistin, die ebenfalls Emy heißt, begegnet auf Recherchereise dem kanadischen Kollegen A., mit dem sie sich während eines Schneesturms ein Hotelzimmer teilt, eigentlich passiert gar nichts. Als sie in ihre jeweiligen Länder zurückkehren, fängt Emy an, anhand seiner Nachrichten und Telefonate "Hochleistungshermeneutik" zu betreiben, jedes (fehlende) Satzzeichen wird unter die Lupe genommen, für die Kritikerin manchmal ganz schön ermüdend, aber irgendwie doch mit Sogwirkung. "Zumutung und Reiz" sind hier nah beieinander: Emys unterwürfige Liebesobsession ist enervierend, aber gleichzeitig ist es so spannend für Liebert, ihr dabei zuzusehen, wie sie unaufhaltsam in ihre eigene Falle tappt. Den gesellschaftskritischen Aspekt, Frauen würden zu oft auf genau diese Art auf Heteromänner reinfallen, hätte es nicht gebraucht, findet sie, der Wahnsinn der Liebe wäre stark genug.
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