Aus dem Französischen von Elfriede Riegler. Zwischen den Ländern, zwischen den Zeiten: Der Roman aus Haiti erzählt die Geschichten von Menschen auf der Flucht, deren Wege sich im irgendwo zufällig kreuzen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2000
Heinz Hug scheint die Konstruktion des Romans durchaus interessant zu finden. Denn in diesem Buch verschränken sich zwei verschiedene Geschichten, die jede für sich ganz verschiedene Schicksale von Exilanten erzählen. So trifft zum Beispiel ein von Haiti nach Kanada emigrierter Intellektueller in Miami zufällig auf Haitianer, die als Boat-People in den USA gelandet sind - sofern sie die Flucht überhaupt überlebt haben, denn zwei Drittel der Flüchtenden sind beim Untergang des Schiffes umgekommen. In der Gegenüberstellung liegt für Hug offenbar der Reiz dieser Geschichte: die „Bedingungen des Exils (werden) sicht- und verstehbar“, und auch die Gefühle der Beteiligten. So spüre der Intellektuelle ein starkes Gefühl der „Nutzlosigkeit, der Schuld“. Stilistisch findet Hug den Roman jedoch nicht überzeugend. Die Konstruktion ist ihm dann doch zu kompliziert, die Sprache zu „umständlich“ und auch die „klischeehafte Metaphorik“ stört ihn. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass es nicht an der Übersetzung liegt.
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