Emile Benveniste

Letzte Vorlesungen

Cover: Letzte Vorlesungen
Diaphanes Verlag, Zürich 2015
ISBN 9783037344279
Kartoniert, 176 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Thomas Laugstien. Diese Ausgabe bietet Gelegenheit, die am wenigsten bekannte Seite des großen französischen Sprachwissenschaftlers kennenzulernen. In einer Weiterführung und kritischen Überschreitung von Saussures strukturalistischer Konzeption der Sprache widmet sich Benveniste der Untersuchung des subjektiven Äußerungsaktes, der Produktion von Sinn als eines besonderen Vorgangs, hervorgebracht durch den Austausch lebendiger Subjekte. Seine Überlegungen zur Sprache als Produktion führen Benveniste zu einer Analyse der Schrift als eines Werkzeuges, welches das Produktionsvermögen der Sprache realisiert. Als 'Vorgang' im 'sprachlichen Prozess' ist das Schreiben der 'Gründungsakt', der 'das Gesicht der Kulturen verändert hat', 'die tiefgreifendste Revolution, die die Menschheit seit der Zähmung des Feuers erlebt hat'.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2015

Endlich liegen Emile Benvenistes "Letzte Vorlesungen" aus den Jahren 1968 und 1969 in einer gelungenen deutschen Übersetzung vor, freut sich Rezensent Wolfgang Krischke. Zwar liest der Kritiker in der Hälfte der fünfzehn Vorlesungen des französischen Sprachwissenschaftlers bereits aus anderen Publikationen Benvenistes Bekanntes über Zeichentheorie, dennoch lernt er insbesondere im zweiten Teil Neues über das Verhältnis von Sprache und Schrift und die Übertragung von einem akustischen in ein visuelles Medium. Während Krischke mit Blick auf die gelegentlich nur fragmentarisch überlieferten Vorlesungstexte eine dichte Kommentierung vermisst, freut er sich besonders über Benbvenistes beigefügte Aufzeichnungen zu seinen Feldforschungen bei Indianern in Alaska und Kanada und lobt die Begleittexte, die zwei Drittel des Buches ausmachen: Julia Kristevas Schilderungen über ihren einstigen Professor lesen sich - abgesehen von einigem "heideggernden Geraune" - berührend, schreibt der Kritiker.
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