Aus dem Ameirkanischen von Torsten Hempelt. Vor dem Hintergrund des politisch turbulenten Chicago der späten sechziger Jahre erzählt die zehnjährige Karen Reyes die Geschichte ihrer Monster in Form eines fiktiven, gezeichneten Tagebuchs, das sich der Bildersprache von Horror-B-Movies und Grusel-Groschenheften bedient.Emil Ferris' Debüt-Graphic-Novel "Am liebsten mag ich Monster" ist zugleich Murder Mystery und Familiendrama, Geschichtenepos ebenso wie ein Psychothriller über Monster - echte und eingebildete, im Kopf wie in der Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2018
Als Sensation bejubelt Thomas von Steinaecker Emil Ferris' nun auch auf Deutsch erschienenes Graphic-Novel-Debüt "Am liebsten mag ich Monster". Ferris, einst Designerin von McDonalds-Spielzeug und nach einer Infektion mit dem West-Nil-Fieber fast vollständig gelähmt, trainierte mit diesem Werk über Jahre hinweg ihre rechte Hand, weiß der Kritiker, dem das Ergebnis schier den Atem verschlägt: 400 Seiten Großformat, prall gefüllt mit Episoden, verstreut in Bildern und Texten auf ganzen Seiten, voller Referenzen und "Irritationen" entdeckt der Rezensent hier, der Art Spiegelman nur zustimmen kann, wenn er der Autorin einen ganz "neuen Erzählrhythmus" attestiert. Dass die in den amerikanischen Sechzigern spielende Story um eine junge lesbische Außenseiterin mit Faible für den Horror aus allen Nähten platzt (von Judenverfolgung, Kindesmissbrauch, Mord, unheilbarer Krebserkrankung und Comingout liest Steinaecker hier), nimmt der Kritiker nicht übel: Viel zu fasziniert ist er von der "Brillanz" der an Dix und Grosz erinnernden Bleistift- und Kugelschreiberzeichnungen der Künstlerin, die ihn mit ihrer Innovation und Maßlosigkeit einfach umgehauen hat.
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