Elmar Schenkel unternahm 1998 und 2000 zwei größere Indienreisen, die ihn nach Neu Delhi, Benares, Auroville, zum heiligen Berg Arunachala, zu den erotischen Tempeln von Khajuraho, auf eine Hochzeit und in einen Ashram führten. Er sprach mit mit indischen Friseuren, Soldaten, Waldarbeitern, Brahmanen oder den Ausgestiegenen und den Einsteigern aus Europa.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2002
Der mit "wen" zeichnende Rezensent zeigt sich sehr angetan von Elmar Schenkels Indischem Reisetagebuch. Entstanden auf zwei Reisen, führt es den Leser von Delhi und seinen Intellektuellen in das eher spirituelle Auroville im Süden Indiens. Autor Schenkel, Essayist, Schriftsteller, Übersetzer und Professor für Anglistik, ist laut Rezensent das Gegenteil eines "naiven Reisenden"; er entgeht der Gefahr, Indien mit eigenen Projektionen, die mehr über den Autor sagen als über das Land, unkenntlich zu machen. Stattdessen gelinge es Schenkel, so der Rezensent, "lächelnd" und mit "weit geöffneten Sinnen" die Realitäten Indiens in "prägnanten, lebendigen Skizzen" einzufangen. Und das macht Schenkels Reisetagebuch zu einer "höchst anregenden, heiteren Lektüre".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2001
In dem Reisebericht von Elmar Schenkel, der aus zwei Vierwochenreisen im Februar 1998 und 2000 hervorgegangen ist, findet Burkhard Scherer "reichlich Denkanstöße", wenn auch eher in Form von Probebohrungen denn Analysen. Die überlasse der Reisende "realistisch" Autoren wie Naipaul et. al., mit denen Schenkel sich reichlich eingedeckt habe. Obwohl der Rezensent dem Autor auch in dieser Hinsicht einiges zugetraut hätte: "Alles ist anders" - zu dieser Einsicht komme der Autor bereits in Zeile drei. Dass der europäische Intellektuelle, den das Land Indien fasziniert, auf einer realen und nicht nur geistigen Reise durch das Land mit einer anderen Wirklichkeit konfrontiert wird, zeige Schenkel in seinem Bericht. Ja, der Autor spreche sogar von einem Angriff auf die europäische Identität, berichtet Scherer, wenn er schreibe: 'Dem Europäer geht es in Indien an seine Identität. Den ganzen Tag wird an ihm gezerrt, gezupft und gezogen.' Die Erkenntnis, dass das europäische Verhaltensrepertoire in Indien plötzlich nur noch "begrenzten Wert" hat und dass die einzige verzweifelte Reaktion darauf die Verbreitung der eigenen heimischen Kultur ist, vermittle einem das Buch auf amüsante Art und Weise.
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