Einen Sommer lang verbringt Anastasia in Ephesos, da ist sie siebzehn. Statt ihre Mutter, die Tänzerin, mit deren wechselnden Liebhabern durch Amerika zu begleiten, lernt sie bei den Grabungen die lebenslange Obsession ihres Vaters kennen, an der nicht nur seine Ehe zerbrochen ist - Ephesos, die Stadt, die immer nur in ihren Träumen existierte und in den Büchern des Vaters, eines berühmten Archäologen. Dort trifft sie auch Hubert wieder, ihre erste Liebe, seinen Lieblingsschüler, der einmal im Haus der Eltern ein und aus ging, doch das ist lange her. In diesem Sommer glaubt Anastasia noch, ihre Zukunft würde beginnen, doch der Sommer endet in einer Katastrophe... Als sie viele Jahre später die Nachricht erhält, dass ihr Vater tot ist, erfährt sie, was damals und davor wirklich geschehen ist. Und warum er und auch Hubert nichts mehr mit ihr zu tun haben wollten - das war am Ende dieses Sommers.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2012
Elisabeth Schmidauers Debütroman "Sommer in Ephesos" hat Rezensent Samuel Moser nicht überzeugt. Erzählt wird die Geschichte von Anastasia, Tochter eines erfolgreichen Archäologen, die an der Wirkungsstätte ihres Vaters, den Grabmonumenten von Ephesus, mit dem kürzlich verstorbenen Vater abrechnen will und bald darauf auch ihre eigene Schuld erkennen muss. Der Kritiker liest hier zwar ein "stimmungsvolles" Bild des modernen Grabungshandwerks, muss aber leider auch feststellen, dass Schmidauer ihre "psychologisch aufdringliche" Geschichte zu einer Tragödie "griechischen Ausmaßes" aufgeblasen hat: Von ödipalen Beziehungen und einer nymphomanisch-depressiven Mutter sei hier ebenso die Rede wie von Grabräubern, Betrug und einem tragischen Brandanschlag, informiert der Rezensent, der nach der Lektüre dieses "Herzschmerz"-Romans doch eher das Gefühl hat, ein Melodram gelesen zu haben.
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