Edward Lewis Wallant

Mr Moonbloom

Roman
Cover: Mr Moonbloom
Berlin Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783827009746
Gebunden, 288 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Barbara Schaden. Mit einem Vorwort von Dave Eggers. Norman Moonbloom ist ein Versager. Als kleiner Angestellter seines erfolgreichen Bruders Irwin dreht er täglich in Manhattan seine Runden, um in dessen heruntergekommenen Wohnblocks ausstehende Mieten einzutreiben. Und in jedem Apartment erwartet ihn eine neue Ausrede, ein noch tragischeres Schicksal, ein weiterer Mieter, dessen Seele genauso reparaturbedürftig ist wie seine Wohnung. Alle sind Gebrochene und Getriebene der Großstadt. Unwillkürlich wird Norman zum Archivar ihrer Leiden und Sehnsüchte. Oder ist er gar ihr Erlöser? Mr Moonbloom unternimmt einen verzweifelten Versuch, ihrer aller Leben zu verbessern... "Mr Moonbloom" ist ein Kaleidoskop des urbanen Amerika und zugleich eine universelle Parabel über Würde und Menschlichkeit - ein kleines Meisterwerk der amerikanischen Erzählkunst, das es nun erstmals in deutscher Übersetzung zu entdecken gilt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.05.2013

Edward Lewis Wallant hat weniger mit Philip Roth, Saul Bellow oder Norman Mailer zu tun, denen das Vorwort ihn zuordnet, als mit den "formalen Experimenten der Moderne" eines Joyce beispielsweise, findet Tilman Urbach. In seinem Roman "Mr. Moonbloom", der erst posthum erschien, beschreibt Wallant das Leben des zutiefst resignierten und melancholischen Immobilienverwalters Norman, der sich mit allerlei Mietern herumschlagen muss, die ihn wegen des desolaten Zustands ihrer Wohnungen angehen, fasst Urbach zusammen. Es geht Wallant um die Vielstimmigkeit dieser Menschen, die ihren eigenen Blick auf ihren Mikrokosmos ihrer jeweiligen Vergangenheit verdanken, erklärt der Rezensent, der sich nur gewünscht hätte, dass der Autor stringent an seinem Projekt festhält. Am Ende des Romans, verrät Urbach, mausert sich Norman plötzlich zum Tatmenschen. Diese skurril-optimistische Brechung hätte sich Wallant sparen können, findet er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2013

Wolfgang Schneider ist begeistert von diesem Roman über Norman Moonbloom, der nach achtundzwanzig Semestern sein Studium lediglich mit einem "Diplom in Resignation" abgeschlossen hat und nun im New Yorker Mietshaus seines Bruders allwöchentlich die Miete eintreibt. Joycesche Momente, hundert Nebenfiguren, von Edward Lewis Wallant detailfreudig und höchst plastisch geschildert, beschert der Roman, sodass ein komplettes New Yorker Mietshaus lebendig wird, aber auch eine ganze Metropole, ein historisches Manhattan, weiland noch "ohne Glanz und Metropolenpomp", wie Schneider erklärt. Wenn ihm der Autor und sein Buch außerdem Züge einer jüdischen Comedy kredenzen, jiddischen Sprachwitz und dazu am Schluss eine veritable Abortszene, scheint sich der Rezensent bestens unterhalten zu fühlen.
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