Aus dem Amerikanischen von Inge Leipold. Eine Villa am Comer See, ein Palazzo in Venedig, die exklusiven Salons in London und Paris - das sind die Schauplätze, an denen sich die High Society ein Stelldichein gibt. Die einzigen Außenseiter in dieser illustren Gesellschaft sind Susy und Nick Lansing. Frisch verheiratet und ohne einen Cent schmarotzen sie sich fröhlich von einer Sommerfrische zur nächsten. Wo immer das glückliche Paar auftaucht, ist mit Humor und Esprit für Unterhaltung gesorgt. Doch der Luxus, dem die jungen Schönen ungeniert frönen, ist teuer erkauft. Susy und Nick spüren immer mehr, dass sie unfrei, von ihren reichen Freunden abhängig sind. Eines Tages kommt es zum Eklat mit weit reichenden Folgen, Verirrungen und Verwirrungen. Doch am Schluss führt die Erkenntnis, dass ihre Liebe und wahre Bestimmung füreinander über allen Begehrlichkeiten nach einem leichtfertigen Glück steht, doch noch zum Happy End.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2012
So engagiert Tobias Döring der Verlag auch erscheint, der nun erneut Edith Whartons Roman von 1922 herausbringt, so gern hätte er doch gesehen, dass vielleicht ein anderer, bisher gänzlich unveröffentlichter Text aus dem reichen Werk Whartons bei uns zu lesen wäre. Immerhin, das Buch, das Döring eine Versuchsanordnung unter snobby Neuengländern auf Identitätssuche in Alteuropa nennt, besticht für ihn durch Witz und Schärfe einer "herrlich teilnahmslosen" Beobachtung. Boshaft das eigene Nest beschmutzend, meint er, vermittelt Warton dem Leser zwar Anteil am herrlich verlotterten Leben der beiden Protagonisten, lässt jedoch immer auch erkennen, dass sie selbst als Autorin die Fäden fest in der Hand hält. Handwerklich vollendet und nicht ohne parodistische Tendenzen in Richtung berühmter zeitgenössischer Romane beglückt ihn der Text recht umfassend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2012
Als Adeptin des großen Henry James bezeichnet Angela Schader Edith Wharton und hat diesen Roman mit Freuden gelesen, von einem allzu trauten Happy End abgesehen. Anhand des mittellosen Paars, das sich in feiner Umgebung geistvoll durchfrisst, gelingt Wharton laut Schader ein virtuoses Gesellschaftspanorama inklusive feiner Craquelets, die sich sowohl in der Gesellschaft als auch im Paar auftun. Besonders rührt Schader, dass Wahartion die Mitglieder der feinen Gesellschaft trotz zeitweise leeren Treibens als Personen mit ihrer eigenen Würde zeichnet.
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