Edith Pearlman

Honeydew

Erzählungen
Cover: Honeydew
Ullstein Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783550080999
Gebunden, 320 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Susanne Höbel. Eine Schuldirektorin muss sich nicht nur um ein magersüchtiges Mädchen kümmern, sondern auch die Affäre mit deren Vater geheimhalten. Da sie schwanger ist, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis man der alleinstehenden Frau Fragen stellt, doch am Ende fügt sich alles auf eine etwas unkonventionelle, aber für alle Seiten irgendwie gute Art. Ein Au-pair-Mädchen bei einer New Yorker Akademikerfamilie findet eine Reihe verstörender Zeichnungen von entstellten Kindern, die einem überraschenden Zweck dienen. Zwei Cousinen unternehmen eine Kreuzfahrt und machen seltsame Beobachtungen, deren Höhepunkt die Entdeckung der Parallelgesellschaft des taubstummen Schiffspersonals ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2015

Rezensent Tobias Döring fordert die Leser auf, in die Kurzgeschichten der 1936 geborenen Autorin einzutauchen und einen Kosmos kennenzulernen, der mit Wunderlichem und Erinnernswertem aufwartet. Zwar stößt Döring in den Geschichten aus dem Milieu der weißen Ostküsten-Mittelklasse auch auf Belangloses, und Edith Honeydew überdreht ihre Storys mitunter ins Unplausible und Angestrengte. Insgesamt aber entdeckt der Rezensent in den Texten eine Menge Absonderliches und Schräges, und die vielen bizarren Wendungen in den Geschichten halten ihn bei der Stange. Dafür, dass die kurze Prosaform ein ganz eigenes Erlebnis sein kann, das dem des Romans in nichts nachsteht, sind Honeydews Texte ein gutes Beispiel, findet Döring.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.06.2015

Verwandtschaft mit Tschechow vermutet Hannes Stein bei Edith Pearlman, derart gut gefallen ihm die Short Stories der Amerikanerin - nicht alle gleich gut zwar, aber doch genug, um den Band insgesamt zu empfehlen. Dass hier jemand lebensklug vom einfachen Glück zu erzählen weiß, wie sehr der Zufall in unser Leben greift und was es mit der Liebe wirklich auf sich hat, hat Stein beeindruckt. Pearlmans feine Ironie trägt dazu bei, und wenn manche Story Stein auch einfach nur nett und unterhaltsam erscheint, machen die besten die wirklich schweren Dinge des Lebens auf eine den Rezensenten verblüffende Weise federleicht.