Claire Vaye Watkins

Gold Ruhm Zitrus

Roman
Cover: Gold Ruhm Zitrus
Ullstein Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783550081125
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Niemand kann sagen, wann es das letzte Mal in Kalifornien geregnet hat. Das Land liegt unter einer gigantischen Dünenformation begraben, die Bewohner werden, teils mit Waffengewalt, teils durch undurchsichtige bürokratische Vorschriften davon abgehalten, in fruchtbarere Regionen zu ziehen. Die meisten haben sich mehr oder weniger freiwillig in Notlager begeben, einige wenige hausen in den Villen und Bungalows, die andere verlassen haben, und leben von Notrationen. Auch Luz und Ray gehören zu ihnen. Als das Schicksal ein zweijähriges Mädchen namens Ig in ihre Hände legt, ändert sich für sie alles. Luz, ehemaliges Model, will des Kindes wegen die Flucht nach Osten wagen, ihr Freund Ray, Kriegsveteran und Surfer, unterstützt sie trotz seiner Vorbehalte. Spätestens als sie in den Weiten der Amargosa-Wüste auf eine sektenartige Kommune und ihren charismatischen Anführer stoßen, wird klar, dass Gefahr nicht nur von der erbarmungslos brennenden Sonne ausgeht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2016

Rezensent Thorsten Gräbe hat Gefallen gefunden an Claire Vaye Watkins Cli-Fi-Roman aus einem staubtrockenen, chaotischen Kalifornien. Wie der Staat in einer nicht allzu fernen Zukunft mit Hitze und Wassermangel umgeht, wie das gigantische Dünenmeer Amargosa entstand und wie sich die beiden Hauptfiguren Luz und Ray durchschlagen und in die Fänge eines vermeintlichen Erlösers geraten, erzählt die Autorin mit großer Kenntnis der Mythen und Menschen des Westens und Bewusstsein für die Umweltprobleme unserer Zeit, meint Gräbe. In die Romanhandlung eingefügte Dokumente wie Zeichnungen und Protokolle macht die Lektüre für Gräbe noch faszinierender. Keine schöne neue Wüstenwelt, die die Autorin da entwirft, erklärt er, aber eine eindringliche Sicht auf die Verführbarkeit der Verängstigten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.10.2016

Viel verrät Rezensentin Sabine Vogel leider nicht über Claire Vaye Watkins' Roman "Gold Ruhm Zitrus". Das Ende der Zivilisation hat Kaliforniern erreicht, erzählt die Kritikerin, die hier einem überlebenden Paar durch Wüstensand, apokalyptische Bergwerksstollen, die von mutierten Bewohnern als Atomlager verwendet werden und Sekten-Kommunen folgt. Das erinnert bisweilen an Antonionis Film "Zabriskie Point", fährt die Rezensentin fort, der diese zwischen Hitze und Fantasmagorien "flirrende" Geschichte voller "tödlicher Schönheit" offenbar gefallen hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Zwiespältig fällt das Urteil des Rezensent Philipp Bovermann aus. Wie ihre Kollegin Emma Cline in "The Girls" spielt auch Claire Vaye Watkins Debütroman über weite Strecken in einem drogenschluckenden, gewalttätigen Hippiekollektiv. Watkins spielt hier auf ihren Vater an, temporäres Mitglied der "Family" rund um Charles Manson, so Bovermann, der ihre Schilderung überzeugender findet als die Clines. Leider muss man sich erst duch einen wenig zündenden ersten Teil durchschlagen, bevor man zu dieser lesenswerten Episode kommt, bedauert der Rezensent.
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