Viele Autoren, die seit den 1960er Jahren unter dem Stichwort "Pop-Literatur" zusammengefasst werden, arbeiten gegenwartsfixiert. An Texten von Rolf Dieter Brinkmann, Andy Warhol, Hubert Fichte, Elfriede Jelinek und Rainald Goetz zeigt Eckhard Schumacher, wie diese "Chronisten der Gegenwart" Pop nicht nur zum Thema, sondern auch zum Taktgeber ihrer Schreibweisen machen. Über die Serialisierung eines immer neuen "Jetzt" werden Gegenwärtigkeit und die Aktualität des Geschriebenen erst im Akt des Schreibens konstruiert.
Überzeugend findet Rezensent Gerrit Bartels diese Studie zu den "Schreibweisen der Popliteraten" von Eckhard Schumacher. Zentral sei für den Autor "die Performanz der Wörter und Sätze selbst". Schumacher hebe den "Ereignischarakter" der neuen Schreibkultur sowie "deren Übergänge vom Ereignis zur Erzählung und wieder zurück" hervor. "Neu sei das alles nicht", findet der Rezensent. Des Autors Ausführungen "sorgten aber, so Bartels, für die Tilgung mancher blinder Flecken in der Rezeption".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2003
Steffen Kraft hat die Untersuchung der "Pop-Literatur" der Gegenwart mit Interesse gelesen. Schumacher hat Texte von Goetz, Brinkmann und Fichte auf ihr "spezifisches Verhältnis" zum Augenblick betrachtet und darin durchaus eine gewisse Nähe zur Romantik ausgemacht, referiert der Rezensent zustimmend. Kraft erscheint der Ansatz des Autors, sich nicht auf die Inhalte, sondern auf die "Schreibweisen" der untersuchten Werke zu konzentrieren zwar interessant und gewinnversprechend. Weniger überzeugend findet Kraft allerdings, dass der Autor bei seiner auf Austins "Sprechakttheorie" gründenden Studie zwischen dem Akt des Schreibens und der Rezeption der Texte keinen Unterschied macht. Damit übernimmt Schumacher ein "unerquickliches Merkmal der Romantik" - nämlich die "Überhöhung des Empfindens des Autors", so der Rezensent unzufrieden.
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