Kanon Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783985682041 Gebunden, 192 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Sandra hat viel verloren, ihren Mann, ihren Vater, das ganze Geld und das Sorgerecht für ihre Tochter Mia. In einem alten Lkw fährt sie Schlachtvieh oder Elektronik durch Europa. Diesmal wird sie von Mia begleitet. Als sie den Ex-Knacki Dirk auf einem Rastplatz trifft und in seinen Lkw steigt, weiß sie nicht, welche Fracht sie übernimmt. Sie weiß nur, dass sie das Geld braucht, um Mia eine Zukunft bieten zu können. Doch genau diese Zukunftsfrage stellt sich ihr viel vehementer, als Sandra erfährt, welche Fracht sie transportiert. Wir schaffen das? Mal sehen, wenn's wirklich drauf ankommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2026
Trucker-Romane gibt es wenige, weiß Kritikerin Kathrin Witter, diesen hier von Domenico Müllensiefen kann sie empfehlen: Er handelt von Sandra, Fernfahrerin wie schon ihr Vater vor ihr, nur mit weniger Illusionen über das Projekt Europa und mehr Vorurteilen gegen Ausländern. Dass sie, unterwegs mit ihrer 14-jährigen Tochter, zunächst unwissend auch zwei geflüchtete Afghanen transportiert, macht den Roman für Witter sehr politisch, aber ohne zu vereinfachen. Sie fühlt sich an magischen Realismus erinnert, wenn zum Beispiel ein Reichsbürger plötzlich zum Flüchtlingshelfer wird oder Sandra selbst eine charakterliche Wandlung durchmacht. Dafür hat Müllensiefen eine raue Sprache "zwischen alten Männern, Asphalt und Asbest" gefunden und mit dem Fernverkehr einen guten Knotenpunkt für Debatten der Gegenwart zwischen Globalisierung und Einengung gefunden, lobt die zufriedene Rezensentin.
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