Als Ketzer denunziert, muss sich im Jahr 1328 der berühmte deutsche Prediger Eckhart von Hochheim am Hof des Papstes in Avignon der Inquisition stellen.In Begleitung seines Novizen Wittekind wird Meister Eckhart Zeuge eines blutigen Raubüberfalls. Als Wittekind selbst angegriffen wird, ahnen die beiden, dass sie in einen Finanzbetrug von europäischem Ausmaß hineingezogen werden. Im Schatten des Papstpalasts ist auch der geheimnisvolle Franziskaner William von Baskerville den Tätern auf der Spur. Dort, wo Umberto Ecos "Der Name der Rose" aufhört, setzt Dirk Schümers historischer Roman an. Wir erleben eine finstere Metropole der Religion, in der nur ein Credo gilt: Gold.
Rezensent Samuel Hamen entgeht nicht die Nähe von Dirk Schümers historischem Roman zu Ecos "Name der Rose". Glücklicherweise besteht die 1328 in Avignon spielende Geschichte um Auftragsmörder und böse Kardinäle, einen machtbesessenen Papst und eine darbende Bevölkerung für sich allein, versichert Hamen. Die opulente historische Kulisse des Papstpalastes und der stinkenden Gossen zeichnet der Autor laut Hamen ebenso gekonnt wie er die Rhetorik und die Gelehrsamkeit des Mittelalters überzeugend hervorhebt. Dass es dabei nie langweilig oder trocken wird, rechnet er dem Autor hoch an.
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