Mit 37 Abbildungen und 1 Tabelle. Lässt sich das Verhalten aller Dinge, von den kleinsten Teilchen bis zum Universum, einheitlich beschreiben? Der heißeste Kandidat für die Entwicklung einer Weltformel, die alle physikalischen Phänomene erklären kann, ist die Stringtheorie. Sollte sie sich als richtig erweisen, so würde das unser Verständnis über den Ursprung der Naturgesetze dramatisch verändern. Denn das von uns beobachtete Universum wäre dann vermutlich eine winzige Blase in einem viel größeren Gebilde, dem Multiversum. Um die Stringtheorie und die Idee des Multiversums plausibel zu machen, greift der international bekannte theoretische Physiker Dieter Lüst auf ein Modell zurück: das Leben von Fischen in einem Teich. Eines Tages gelingt es den Fischen, die kleinsten Teilchen zu identifizieren, aus denen alles im Fischteich besteht - eingeschlossen sie selbst. Sie nennen diese Urbausteine Quantenfische, da ihr Verhalten nahelegt, dass sie auch eine Art von Lebewesen sind. Doch der ersten folgt eine weitere Entdeckung der Fische: Der Quantenfischteich, in dem sie leben, ist nur eine unter vielen Möglichkeiten. Daraufhin fassen die Fische den Plan, ihren Teich zu verlassen, nicht zuletzt, um die eigene Fischspezies vor dem Aussterben zu bewahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2011
Die Physikerin und Philosophin Sibylle Anderl hat sich auf höchstem Niveau mit Dieter Lüsts Apologie der Stringtheorie auseinandergesetzt und versucht uns Lesern deren Stärken und Schwächen näherzubringen. Es geht Lüst darum, die Stringtheorie historisch als die Suche nach der "Weltformel" nachzuzeichnen, ihre Vorteile aber auch Probleme aufzudecken, meint die Rezensentin. Zur Illustration seines Themas, hebt der Autor mit einer Parabel von den Quantenfischen an, die seine Intention, die Stringtheorie zu stärken, untermauern soll, so die Rezensentin. Kenntnisreich stellt sie Probleme und nötige Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften heraus, mit denen Lüst sich herumschlagen muss, und weist darauf hin, wie sehr die Weltformel auch eine philosophische Fragestellung ist. Als Startpunkt, sich mit diesen Fragen und Problemen auseinanderzusetzen, findet sie das vorliegende Werk gewinnbringend.
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