Aufgedeckte Fehlentwicklungen und Missstände bei der Beschaffung von Rüstungsgütern für die Bundeswehr schrecken die deutsche Öffentlichkeit immer wieder - wenn auch nur kurzfristig - auf. Dabei werden in den Diskussionen häufig Argumentationsmuster und Begriffe aus der Zeit des Kalten Krieges verwendet, die auch damals schon nur bedingt der Realität entsprachen. So ist zum Beispiel der weithin bekannte Begriff des "Militärisch-Industriellen Komplexes" für die Verhältnisse in Deutschland bis zum heutigen Tag unpassend. Dennoch ist weder in der Geschichts-, noch in der Politik- oder in den Sozialwissenschaften bisher ein Modell entwickelt worden, das die deutschen Gegebenheiten abbildet. Diesem Desiderat hat sich der multinational, multiperspektivisch und vergleichend angelegte Sammelband angenommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2016
Für Werner Rahn ist es ein wertvoller Beitrag für Politik und Wissenschaft, was Dieter H. Kollmer in diesem Tagungsband zum Thema "Rüstung in Europa und Nordamerika nach dem Zweiten Weltkrieg" zusammengestellt hat. Die elf Beiträge über Super- und Mittelmächte, Gegenwart und Zukunft in Sachen Militärischer-Industrieller-Akademischer Komplex haben Rahn wegen ihrer insgesamt beeindruckenden Quellenarbeit überzeugt. Dass einzelne Texte zeitlich, räumlich und motivisch beschränkt bleiben, kann der Rezensent verkraften. Wichtiger scheint ihm die gute Belegung und Zugänglichkeit der Quellen sowie der vergleichende Ansatz.
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