Mit 44 Farb- und 271 s/w-Bildern. Dieter Blume untersucht über fünf Jahrhunderte, vom 11. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, das Wechselspiel geschriebener Texte und gemalter Bilder, das für die Bedeutung der Himmelskunde im spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Weltbild eine so entscheidende Rolle spielt. Von daher kommen Literaten und Wissenschaftler wie Bernardus Silvestris, Michael Scotus, Giovanni Boccaccio oder Oswald von Wolkenstein ebenso zu Wort wie Giotto, Baccio Baldini und andere, vielfach namenlose Künstler. Dabei zeigt sich allerdings, dass an den Schaltstellen der Phantasie die Bildentwürfe der Maler oft einflussreicher sind als die präziseren Informationen der Gelehrten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2001
Toll, was die Rezensentin schon alles weiß. Über die Verbildlichung astrologischen Wissens in Mittelalter und Renaissance doziert sie ohne Punkt und Komma. Aber da war doch noch was? Richtig, dieser Band von Dieter Blume. Der, meint Christina Peege, hat was entschieden Interdisziplinäres. Indem der Autor ein Bild wie einen Text liest und dessen Aussage dann in konkreten Räumen und den darin stattfindenden Handlungen (Gottesdienste etwa) verortet, erklärt sie uns, verlässt er die Kunstwissenschaft und schreibt "ein Stück Mittelaltergeschichte". Und weil Blume die Bilder als Zeichensysteme begreift, die gelesen und verglichen werden wollen, ist auch die Literaturwissenschaft nicht fern.
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