C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406839368 Broschiert, 128 Seiten, 14,00
EUR
Klappentext
Ob Muslimbrüder, evangelikale Christen, ultraorthodoxe Juden oder Hindu-Nationalisten: Fundamentalisten gibt es in allen Religionen. Sie alle eint, dass sie die Welt in Gut und Böse einteilen, eine ideale Vergangenheit beschwören, sich im Besitz der Wahrheit wähnen, ein patriarchalisches Familienbild propagieren und ihre Werte universal, auch politisch, durchsetzen wollen. Detlef Pollack beschreibt , wie sich in den großen Religionen Gegenbewegungen gegen Wissenschaft und Pluralismus gebildet haben. Sein Überblick ist ein Weckruf, die offene Gesellschaft gegen die zerstörerische Militanz der Fundamentalisten zu verteidigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2026
Ein reichhaltiges Buch, das mit einigen gängigen Vorurteile aufräumt, liest Rezensent Tobias Schrörs. Detlef Pollack setzt sich mit religiösem Fundamentalismus auf verschiedenen Kontinenten und in verschiedenen Religionen auseinander. Was die diversen Beispiele - von der Muslimbruderschaft in Ägypten über christliche Fundamentalisten in den USA und in Osteuropa bis zu muslimischen Migranten in Deutschland und Exkurse nach Israel und Indien - eint: Fundamentalisten lehnen einerseits die Moderne ab, partizipieren aber gleichzeitig an ihr oder treiben sie gar voran; etwa, wenn die Muslimbruderschaft in Ägypten Krankenversicherungen gründet, oder die amerikanischen Megachurches niederschwellige Partizipationsangebote für die lokale Bevölkerung organisieren. Interessant findet Schrörs außerdem, dass sich nicht nur muslimische Extremisten, sondern auch konservative amerikanische Christen selbst als verfolgte Gruppe imaginieren. Insgesamt ergibt das eine vielfältige Studie, schreibt der Rezensent, die Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Fundamentalisten herausarbeitet, ohne alle über einen Kamm zu scheren.
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