Aus dem Englischen von Raimund Varga. Gilman ist der Anführer einer rechtsextremen Gruppe, die
Todeslisten ihrer Mitschüler führt. Als Pete von Gilman den Auftrag bekommt, für 500 Dollar Bill zu töten, weil er dessen Notizbuch haben will, sucht Pete bei Larry Hilfe. Larry wirkt gefühlskalt und ist gewaltbereit, er erledigt den Job scheinbar ohne Mitgefühl. Aber Larry wird von Schuldgefühlen gequält, er glaubt sich verantwortlich für den Tod eines Freundes. Und er fühlt sich in Sorge zu seinem kleinen Bruder hingezogen, den er aber dennoch schwer misshandelt. Als Larry beginnt, im Notizbuch des ermordeten Bill zu lesen, nehmen seine Verwirrung und Zerrissenheit noch zu. Die Schraube der Gewalt wird immer fester angezogen, bis es kommt, wie es kommen muss - es fallen Schüsse …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2019
Rezensent Moritz Müller-Schwefe begreift den von Raimund Varga übersetzten zweiten Roman von Dennis Cooper als verlockende offene Wunde. Nicht los kommt er von Coopers kraftvoller und schonungslos peinigender Erzählung von Lügen, Wut und Verzweiflung, seinen Schilderungen von drastischer Sexualität und Gewalt. Was wahr, was nur vorgegeben ist in den Berichten des wenig verlässlichen Erzählers über Highschool-Erfahrungen mit verkappten homosexuellen Nazisympathisanten, vermag der Rezensent nicht zu entscheiden. Sicher ist er sich nur, dass der Text unerbittlich ist in seiner Darstellung des Körpers als Objekt von Gewalt und Unterdrückung.
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