David von Bassewitz, Peer Meter

Vasmers Bruder

Cover: Vasmers Bruder
Carlsen Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783551729699
Gebunden, 192 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Der Fall des Serienmörders und Kannibalen Karl Denke ist bis heute rätselhaft. Zwischen 1903 und 1924 hat er im schlesischen Städtchen Münsterberg (heute Ziebice) rund 30 Menschen getötet und zum Teil verspeist, und nur durch Zufall wurde er verhaftet. Bevor er jedoch verhört werden konnte, erhängte er sich in seiner Zelle. Seine Motive blieben im Dunkeln. Peer Meter, der bereits das Szenario zu "Haarmann" schrieb, hat sich zusammen mit dem Zeichner David von Bassewitz, daran gemacht, auf Grundlage dieser Begebenheiten die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der über Denke forscht, sich aber während dieser Arbeit selbst verliert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.05.2014

Peer Meters neuer Serienkiller-Comic "Vasmers Bruder" ist zwar sicherlich ganz ordentlich, meint Christoph Haas, doch von dem Autor ist er eigentlich Besseres gewohnt. Meter erzählt die Geschichte von Karl Denke, einem scheinbar harmlosen Gärtner im heute polnischen Ziębice, der über Jahre hinweg Menschen ermordete und aß, bevor er gefasst wurde und sich in seiner Zelle selbst umbrachte, berichtet Haas. Vasmer, der Protagonist, fährt nach Ziębice, weil sein Bruder, der einen Dokumentarfilm über Denke drehen wollte, verschollen ist. Denke selbst taucht im Comic kaum auf, verrät der Rezensent, er wirkt nur nach, übt eine düstere Faszination aus, der auch Vasmer verfällt. Leider haben Meter und der Zeichner David von Bassewitz den Comic symbolisch überfrachtet, ohne dass immer klar wäre, warum zum Beispiel die Gegenstände im Raum immer wieder ein Kreuz bilden müssen, so Haas. Auch wirken die Frottage-Schleier über den Bildern auf ihn eher kitschig als poetisch, wie die Autoren es vermutlich beabsichtigt hatten, bedauert der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.03.2014

Alle Sorgen, ob Peer Meter seine Reihe von Mörder-Comics angemessen fortsetzen kann, haben sich als unbegründet erwiesen, freut sich Christian Schlüter. "Vasmers Bruder" heißt der neue Comic und dieses mal geht es um den Kannibalen Karl Denke, der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts im schlesischen Münsterberg mehr als dreißig Menschen umbrachte, verspeiste und ihre Überreste für Schnürsenkel, Kissenfüllungen und Hosenträger verwertete, erzählt der Rezensent. Für dieses Projekt hat Peer Meter den Zeichner David von Bassewitz aufgetan, der die Geschichte mit Bleistift und Ölkreide gestaltet hat. Der lässt die Grautöne häufig zu Unschärfen verschwimmen und akzentuiert nur hier und da mal ein Detail, das dann stechend ausbricht, erklärt Schlüter. Das Horrorgenre lebt von diesem Spiel der Andeutungen, weiß der Rezensent. "Vasmers Bruder" ist nichts geringeres als "der Comic auf der Höhe seiner ästhetischen Möglichkeiten", befindet Schlüter voller Begeisterung.
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