Das beliebte »Literarische Quartett« wurde vom 25. März 1988 bis zum 14. Dezember 2001 im ZDF ausgestrahlt. Ein jeweils wechselnder Gast bereicherte die feste Runde mit Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Sigrid Löffler und Iris Radisch als deren Nachfolgerin. Sechs Mal im Jahr diskutierte die Runde live im ZDF über fünf belletristische Neuerscheinungen oder aktuelle Wiederauflagen. Die Sendung wurde zu einem Wegweiser für literarische Erfolge und zu einem unvergleichlichen Marktfaktor für den Buchhandel. Die vollständige Transkription aller Sendungen des Literarischen Quartetts lässt 13 Jahre zeitgenössische Literaturgeschichte wieder aufleben und macht die Beurteilungen über bedeutende belletristische Neuerscheinungen systematisch recherchierbar. Nicht zuletzt bleibt dem Leser die Freude, die unvergesslichen Rededuelle der beteiligten Akteure nochmals nachzuvollziehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2006
Ein vernichtendes Urteil fällt Johannes Willms über das nun vorliegende drei Bände umfassende Wortprotokoll der 77 Folgen des "Literarische Quartetts", die das ZDF zwischen 1988 und 2001 ausstrahlte. Schon die Idee zu diesem Unternehmen kommt ihm absurd vor. Die Protokolle der Diskussionen aber übertreffen dann seine schlimmsten Erwartungen. Weder mag er ihnen eine literaturkritische Bedeutung, noch einen Unterhaltungswert zugestehen. Stattdessen macht sich beim Rezensenten, der die Sendung damals offenbar manchmal ganz gerne sah, riesengroße Ernüchterung breit. Schließlich verdeutlichen die Bände für ihn, wie die Diskussionen wirklich waren: nämlich "platt und fad", "grau und wirr". Schlicht: "ödes Geschwätz".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2006
Eine Fernsehsendung als Buch? Gibt es bald auch Mitschnitte von "Der Bulle von Tölz"? Hubert Spiegels Skepsis ist nur rhetorisch - er ist hellauf begeistert von seiner Lektüre. Knapp zweitausend Seiten umfassen die behutsam redigierten Transkriptionen der insgesamt 77 Sendungen, 375 Buchtitel werden besprochen - und die besten Passagen lesen sich laut Spiegel wie die "Dialoge einer Screwball Comedy", schwärmt er. Und zählt vergnügt auf, was er in diesen Bänden - außer dreizehn Jahren zeitgenössischer Literaturgeschichte - noch gefunden hat: "harsche Urteile, vergiftete Komplimente und die warmherzigsten Liebeserklärungen".
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