147 Minuten Laufzeit. Herausgegeben von Charlotte Longardt. Die "Best of"-CDs bieten einen Querschnitt aus über 70 Sendungen von der Premiere am 25. März 1988 über Einsichten und Ansichten zu Martin Walser und Peter Hoeg ("Fräulein Smillas Gespür für Schnee)" bis zur Jubiläumssendung "10 Jahre Literarisches Quartett. Zweieinhalb Stunden Unterhaltung der geistreichen Art: voller Bonmots, überraschender Wendungen und scharfzüngiger Entgegnungen. Das Highlight der Doppel-CD ist zweifellos ein legendärer Verriss. Als Reich-Ranicki mit dem Roman "Ein weites Feld" des letztjährigen Nobelpreisträgers Günter Grass abrechnete, rauschte es im Blätterwald: 120 Presseberichte Rekord für die Literatursendung, die längst als wichtigste im deutschen Fernsehen gilt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2001
"Der Ton ist seit dem Beginn im März 1988 stetig hysterischer geworden", merkt Jens Bisky an, der sich fünf CDs (darunter auch die "best of") mit ausführlichen Ausschnitten der berühmten Sendung gründlich angehört zu haben scheint. Er ist merklich fasziniert - vor allem von der rhetorischen Kunst eines Marcel Reich-Ranicki, und er schildert mit Genuss Reich-Ranickis Taktiken der Überzeugung, Überredung und Überwältigung. Aber Bisky macht auch kritische Anmerkungen zu den Ausschnitten der Sendung. Vor allem erscheinen ihm die um Redezeit ringenden Gesprächspartner der Sendung als "Gefangene im Gehäuse des Mediums", die auch deshalb so hektisch sprechen, weil sie wissen, dass sie ihr Anmerkungen zu den Büchern in winzige und darum um so plakativere Statements packen müssen. "Aufgeregte Individualisten" waren die Mitspieler des Quartetts in Biskys resümierenden Worten - und daraus klingt nicht nur Sympathie für die nun selig entschlafene Sendung.
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