Die Mehrzahl der heute prominenten tschechischen Schriftsteller hat auch für das Theater geschrieben. Während Ivan Klima, Milan Kundera und Milan Uhde nur hin und wieder Bühnenstücke verfaßten, widmeten sich Václav Havel und Josef Topol vorwiegend dem Drama. Auch Pavel Kohout, der als Dramatiker begann, hat dieses Genre nie ganz aufgegeben. Auf unterschiedliche Weise haben alle Autoren dieses Bandes zur schöpferischen Revolte beigetragen, mit der die tschechische Literatur in den sechziger und siebziger Jahren großes Aufsehen erregte. Besonders die damals entstandenen Theaterstücke entfalteten eine außerordentliche Wirkung, wenngleich unbehinderte Aufführungen nur in den wenigen Monaten des Prager Frühlings 1968 möglich waren. Situationskomik wechselt mit Unheimlichkeiten, Wortwitz und Formulierungskunst feiern Triumphe. Die in diesem Band vereinten Lesestücke vertreten die tschechische Literatur der sechziger und siebziger Jahre auf einmalige Weise...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2000
Die besprochene Anthologie dokumentiert die Blüte des tschechischen Theaters von ca. 1948-1989. Prädikat "wertvoll", meint "haj". Und dies, obgleich die Auswahl der Stücke von Autoren wie Havel und Kohout und auch der Essay der Herausgeberin Anja Tippner ein paar der für die Entwicklung des gesellschaftskritischen Dramas tschechischer Provenienz wichtigen Namen vermissen lässt, wie "haj" einräumt.
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