Darin Strauss

Chang und Eng

Die siamesischen Zwillinge. Roman
Cover: Chang und Eng
Europa Verlag, Hamburg - Wien 2000
ISBN 9783203821009
Gebunden, 380 Seiten, 20,20 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gabriele Krüger-Wirrer. Chang und Eng waren an der Brust zusammengewachsen und eine Weltsensation im neunzehnten Jahrhundert. Auf einer Bambusmatte in einem kLeinen Hausboot 1811 geboren, wurden sie am thailändischen Königshof von einem schottischen Kaufmann und einem amerikanischen Kapitän »entdeckt«. Es folgten zehn Jahre lang Tourneen in den USA und England, durch Europa und an den russischen Zarenhof. Wohlhabend und der öffentlichen Auftritte müde, ließen die Zwillinge sich in North Carolina als Farmer nieder, wo sie geachtete Mitglieder der Gemeinde wurden. 1839 geschah das Unglaubliche - Chang und Eng verliebten sich in zwei Schwestern und heirateten. Adelaide und Chang bekamen elf, Sarah und Eng zehn Kinder. Sie gingen erneut auf Reisen, teils von Frauen und Kindern begleitet. 1863 starb erst Chang, zwei Stunden später Eng.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2001

Trotz einiger Ungenauigkeiten bei der Übersetzung und Druckfehler hat Burkhard Scherer dieses Buch mit großem Gewinn gelesen. Dies liegt vor allem daran, dass man "es nie allein liest". Denn Eng, einer der berühmten, 1811 geborenen siamesischen Zwillinge, aus dessen Perspektive dieser Roman geschrieben wurde, hat ja stets seinen Bruder Chang zur Seite. Diesen wird nach Scherer auch der Leser nicht so ohne weiteres los: man wird "gepackt und verstört", findet der Rezensent, der es nicht gewohnt ist, jede Minute des Lebens mit einem Bruder verbunden zu verbringen. Zumal dieser Bruder, wie Scherer erläutert, so ganz und gar anders ist: Anders als Eng ist Chang oft betrunken und hat Spaß daran, in Arenen als Exot aufzutreten. Und noch dazu hat Chang offenbar die attraktivere Frau geheiratet, was Eng melancholisch werden lässt. Selbstverständlich sind viele Erlebnisse in diesem Buch nicht belegt, etwa ob Chang seinen Whiskey 1857 tatsächlich mit Eis genommen hat oder wann beide auf welcher amerikanischen Veranda gesessen haben. Doch für Scherer ist dies auch nicht wichtig in der insgesamt überzeugenden Geschichte der Zwillinge. Abschließend macht der Rezensent jedoch keinen Hehl aus seiner Erleichterung, dass der Leser nach Zuschlagen des Buch wieder mit sich alleine ist - etwas, worauf Eng "ein Leben lang gehofft" hat.
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