Dante Alighieri

La Commedia / Die Göttliche Komödie

Band 3: Paradiso / Paradies. Italienisch/Deutsch
Cover: La Commedia / Die Göttliche Komödie
Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2012
ISBN 9783150107966
Gebunden, 832 Seiten, 36,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen übersetzt und kommentiert von Hartmut Köhler. Nachdem er Hölle und Läuterungsberg durchschritten hat, gelangt Dante ins Paradies. Von seinen Führern Vergil und Statius hat er sich verabschiedet; im Paradies wird Beatrice seine Begleiterin sein. Mit ihr schwebt er durch die himmlischen Sphären - es sind wieder neun - empor bis in den höchsten Himmel. Zuerst erreicht er die Sphäre des Mondes und begegnet dort den Seelen derer, die ein hohes Gelübde nicht eingehalten haben. Die anschließende Merkursphäre wird zum Lobesort des antiken Rom. Der Venushimmel nimmt starke Liebende auf, der 'Planet' Sonne die großen Weisheitslehrer, im Mars finden Glaubenskrieger und Märtyrer ihre Plätze, zu Jupiter gehören die gerechten Herrscher, im Saturnhimmel berichten die Meister der Kontemplation von ihrem geistlichen Wirken. Nach den sieben Wandelsternen spannen die Fixsterne den achten Himmel auf, wo die wichtigsten Apostel Dante einer Glaubensprüfung unterziehen. Im neunten Himmel, dem Kristallhimmel, wird der Weltenpilger das Licht Gottes erblicken. Eine letzte Vision versetzt ihn in das immaterielle Empyreum, womit das Werk inhaltlich wie dichterisch seinen Höhepunkt erreicht. Der Band enthält ein Personen- und Sachregister.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2013

Sehr intensiv setzt sich Burkhard Müller mit Hartmut Köhlers Dante-Übersetzung auseinander, deren dritten Band der Trierer Romanist kurz vor seinem Tod 2012 gerade noch abgeschlossen hat. Müller macht klar, wie unzugänglich generell "Die Göttliche Komödie" ist, und er vergleicht Köhlers Werk mit der ebenfalls kürzlich fertiggestellten Übersetzung Kurt Flaschs. Beides sind Prosaübersetzung, hält Müller fest, doch während sich Flasch im Zweifel immer für die Klarheit entscheide, wähle Köhler die Genauigkeit und in seinem Kommentaren die philologische Gründlichkeit. Mitunter möchte Müller aber Köhler den Vorzug bei den poetischen Stellen geben. Als Beispiel zitiert Müller die Übertragung der Höllentor-Inschrift. Bei Flasch heißt es nüchtern: "Durch mich geht es zur Stadt der Leiden, / Durch mich geht es zum ewigen Schmerz, / Durch mich geht es zu verlorenen Menschen." Bei Köhler: "Durch mich geht's ein zur Stadt des Jammers, durch mich geht's ein zur endlosen Qual, durch mich geht's ein zu den verlorenen Menschen." Müllers Fazit: Wahrscheinlich muss man erst Flasch gelesen haben, um Köhler verstehen und genießen zu können.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.03.2013

Nicht nur für seinen Dichter Dante Alighieri war das "Paradies", der dritte Teil seiner "Göttlichen Komödie", ein Vermächtnis, auch Hartmut Köhler, der das Wer für die Reclam-Ausgabe neu übersetzt und ausführlich kommentiert hat, ist kurz nach der Veröffentlichung verstorben, weiß Frank Hertweck. Und auch wenn an Übertragungen der "Göttlichen Komödie" kein Mangel besteht - Köhler selbst beziffert ihre Zahl auf an die fünfzig -, hält der Rezensent den neuen Anlauf doch für verdienstvoll und vergleicht zum Beleg verschiedene Übersetzungspassagen von Köhler mit denen seiner Vorgänger Stefan George und Kurt Flasch. Noch verdienstvoller als die Übersetzung ist für Hertweck allerdings der äußerst umfangreiche Kommentar, der freilich bisweilen übers Ziel hinausschießt - "oder wollen wir von Angela Merkel oder Günter Wallraff im 'Paradiso' lesen?" Das ändert für den begeisterten Rezensenten jedoch nichts daran, dass Hartmut Köhler mit seiner kommentierten Neuübersetzung "in vielfacher Hinsicht ein Meisterwerk" gelungen ist.
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