Daniel Glattauer

Gut gegen Nordwind

Roman
Cover: Gut gegen Nordwind
Deuticke Verlag, Wien 2006
ISBN 9783552060418
Gebunden, 224 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Gibt es in einer vom Alltag besetzten Wirklichkeit einen besseren Raum für gelebte Sehnsüchte als den virtuellen? Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Ein reger Austausch entsteht, schnell spielen Gefühle mit. Vor einem Treffen aber schrecken beide zurück. Denn Emmi ist verheiratet und Leo laboriert noch an einer gescheiterten Beziehung. Und überhaupt: Werden die elektronisch überbrachten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und wenn ja: Lohnt es sich, alles auf eine Karte zu setzen - für eine Liebe, die aus nichts als einem Zufall entstanden ist?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2007

Ganz hübsch, aber ohne großen literarischen Mehrwert ist dieser Roman aus Sicht von Rezensentin Marion Löhndorf. Daniel Glattauer erzählt darin die Geschichte zweier Menschen, die sich per Email näher kommen. Das hat für Löhndorf insgesamt einen gewissen Unterhaltungswert, weil er sie an den Hollywoodfilm "Email für Dich" mit Tom Hanks und Meg Ryan erinnert. Doch so effektsicher und manipulativ Glattauer die Rezensentin auch durch die Geschichte zu steuern versteht, ganz glücklich wird sie nicht damit. Zu sehr gleicht die Intention des Autors aus ihrer Sicht der seiner Figuren, nämlich bei jeder schriftlichen Auslassung auf den Erfolg beim Empfänger zu schielen. Insgesamt sind ihr dann die Seelenanalysen zu oberflächlich, die Figuren zu plakativ geraten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2006

Zumindest streckenweise fühlt sich Rezensent Oliver Jungen von David Glattauers E-Mail-Roman gut unterhalten, auch wenn er das Werk literarisch nicht so ganz ernst nehmen mag. Schon die Story um einen frisch verlassenen Mittdreißiger, der auf eine irrtümlich eingehende Nachricht von einer verheirateten Frau antwortet, woraus sich ein E-Mail-Flirt zwischen den beiden entwickelt, wirkt ziemlich simpel auf ihn. Auf große Überraschungen stößt er nicht. Vieles scheint ihm oberflächlich, redundant und unwahrscheinlich. Außerdem gewinnen die Figuren im Verlauf des Buchs seines Erachtens keinerlei Tiefe. Andererseits kommt er nicht umhin, den "durchaus vorhandenen Anmut der Tändelei" einzugestehen und der erzählten Liebesgeschichte einen "gewissen Zauber" zu bescheinigen. Auch die "apodiktisch-lakonische Schlagfertigkeit" der Figuren gefallen. Und so kann er das Buch auf jeden Fall als eine angenehme Gute-Nacht-Lektüre zum "schön einschlafen" empfehlen.
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