Auf den individualisierenden Merkmalen prominenter - und zunehmend auch unbekannter - Personen beruht weltweit ein Markt, dessen Volumen bei vorsichtiger Schätzung im dreistelligen Milliardenbereich liegt. Die Kulturwirtschaft hat ihren Schwerpunkt faktisch von der Werk- zur Imageverwertung verlagert. Ausgehend von einer Analyse des amerikanischen, deutschen und schweizerischen Rechts zeigt das Werk, wie Rechtssysteme diese Verwertung widerspiegeln und steuern. Verschiedene ideologische Traditionen führen dazu, dass die europäische Rechtsdogmatik den tatsächlichen Entwicklungen in der Welt des Entertainments einen nur unzureichenden Rahmen bietet. Aber auch die Situation in den USA birgt Risiken, die sich in der neuesten Rechtsprechung niederschlagen. Dem kommt neben der wirtschaftlichen eine weitreichende soziale und kulturpolitische Bedeutung zu.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2004
In einer eher dem juristisch veranlagten Leser vorbehaltenen Besprechung legt der Rezensent Michael Hyzik dar, wo Daniel Biene mit seiner Dissertation über "Persönlichkeitsrecht" als "Immaterialgut" ansetzt: In den USA verfügen Prominente über sämtliche Vermarktungsrechte ihrer Person, wohingegen dies in Europa nicht der Fall ist: "Hier bestehen lediglich Defensivrechte zum Schutz der persönlichen Sphäre." In seiner "leider nicht mit der letzten Sorgfalt verfassten und betreuten" Studie, so Hyzik, stellt Biene die Frage, wie das EU-Recht hinsichtlich der Persönlichkeitsrechte an amerikanisches Recht angeglichen werden kann, wobei die "funktionalen Aspekte" dieser Überführung den Schwerpunkt bilden.
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