Cormac McCarthy

Der Feldhüter

Roman
Cover: Der Feldhüter
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016
ISBN 9783499267987
Kartoniert, 288 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl. Die Geschichte von Arthur Ownby, Hüter eines verwilderten Apfelhains, dem jungen John Wesley Rattner und dem Schnapsschmuggler Marion Sylder spielt zwischen den Kriegen im gottverlassensten Tennessee. Marion hat vor Jahren in Notwehr Johns Vater getötet und in einer Mischgrube im Garten versenkt, ohne zu ahnen, dass Arthur sein stummer Augenzeuge war. Als Marion einen Autounfall hat, rettet John ihm das Leben. Der Junge, der den Tod seines Vaters rächen möchte, weiß so wenig, mit wem er es zu tun hat, wie umgekehrt Marion, und so entsteht eine Vater-Sohn-Beziehung zwischen den beiden in diesem vergifteten Garten Eden. Ein stimmungssatter, gewalttätiger, fast lyrischer Roman mit unvergesslichen Bildern voll düsterer Schönheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.02.2016

Rezensentin Sylvia Staude merkt dem erstmals auf Deutsch vorliegenden Erstling Cormac McCarthys eine gewisse Unreife durchaus an. Sprunghaftigkeit, liegengelassene Motive und jede Menge Raunen, das die Figuren Staude nicht wirklich nahebringt. Doch der Text verfügt auch schon über die atmosphärische und metaphorische Wucht, todgesättigte Bilder vom Fressen und Gefressenwerden, die Staude aus späteren Texten McCarthys kennt und die sie schätzt. Auch wenn nicht viel passiert und der Verfall und das Elend neben der Dreiecksbeziehung dreier Männer die Hauptsache zu sein scheint in diesem Roman, die Lektüre ist er Staude dennoch wert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2016

Rezensent Jan Wiele hat am Ende der Lektüre von Cormac McCarthys Debütroman aus dem Jahr 1965 das Gefühl, als sei die Menschheitsgeschichte nur eine kurze Episode. Dann übernehmen Wildkatzen und der Wilde Westen wieder das Ruder. Außer Zeitkritik kann der Text allerdings noch eine Menge mehr, versichert der Rezensent. Neben Symbolismus, ein bisschen Schauerromantik und einem kühl erzählten blutigen Krimiplot bietet das Buch laut Wiele nicht zuletzt poetische Passagen, in denen der Autor Wetter, Wasser, Land und Vegetation derart symbolisch aufzuladen versteht, dass Wiele sich manchmal im 19. Jahrhuundert wähnt. Aber keine Angst, meint er, gnadenlos modern ist der Roman auch. Die filmisch genremäßige Anlage, der hartgekochte Ton - alles da für eine starke Lektüre, so Wiele. Und sauber übersetzt findet er den Text auch noch.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.01.2016

Auch wenn Rezensent Christoph Schröder keine Erlösung findet mit Cormac McCarthys nun auf Deutsch vorliegendem Debütroman, Lektüreglück findet er allemal. Der Entzauberung der Idylle durch das urbane Leben, mythisch-lyrisch überhöht, dem Sündenfall wohnt der Rezensent bei, atemberaubenden Landschaftsbeschreibungen und einer Sprachgewalt, unter der der Text mitunter wütend und überinstrumentalisiert wirkt, wie Schröder meint. Dennoch scheint ihm die in den 20er und 30ern spielende, multiperspektivisch, chronologisch aufgebrochene Geschichte um drei Figuren im Angesicht des Bösen, höllisch lesenswert.
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